Forderung nach 100.000 Euro Eigenheim-Bonus für Haimbuchner „unüberlegt“
Ö/OÖ. Die Sozialpartner ließen am Montag mit einer Forderung aufhorchen: Es solle einen 100.000 Euro Eigenheim-Bonus für Häuslbauer bzw. die erste Wohnung geben, auch um die Baukonjunktur anzukurbeln. Für Oberösterreichs LH-Stellvertreter, Wohnbaureferent Manfred Haimbuchner (FPÖ) ist eine solche Forderung „unüberlegt“.
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Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer hat am Montag Vertreter der Bau-Sozialpartner und weiterer betroffener Branchen zum Arbeitsgespräch gebeten, im Anschluss wurde von Mahrer, WKO-Generalsekretär Karlheinz-Kopf und Bau-Holz-Gewerkschafter Josef Muchitsch ein Forderungspaket an den Bund präsentiert, dass auch die schwache Baukonjunktur ankurbeln solle.
Unter den Wünschen: Der Bund soll bis zu 20 Prozent der Baukosten, maximal bis zu 100.000 Euro, für die erste Wohnung oder den Hausbau zuschießen, nicht rückzahlbar (anders als bei der Wohnbauförderung).
Haimbuchner: „Weitere Geldgeschenke sind keine Lösung“
Nichts davon hält der in Oberösterreich zuständige LH-Stellvertreter, Wohnbau-Landesrat Haimbuchner. „Diese Forderung klingt auf den ersten Blick vielversprechend. Näher betrachtet ergibt sich jedoch ein völlig konträres Bild. Einerseits wären solche Summen eine nur schwer stemmbare budgetäre Belastung, andererseits zeigen ähnliche Ansätze in anderen Bereichen, dass die vermeintlichen Nutznießer einer solchen Forderung am Ende wieder nicht bessergestellt werden. Es ist nämlich so, dass damit eine Preisspirale in Kraft gesetzt werden würde. Grundstückskosten und Baupreise würden weiter in die Höhe schnellen, denn die Menschen hätten mehr Geld zur Verfügung.“
KIM-Verordnung abschaffen
Akutell hätten viele das Problem, aufgrund der Kreditimmobilienmaßnahmen-Verordnung (KIM) überhaupt keine Finanzierung auf die Beine stellen können. Er fordert, die KIM-VO ersatzlos zu streichen, zudem mit Steuermitteln gestützte Darlehen bereitzustellen. So würde die Preisspirale nicht nach oben gedreht werden, gleichzeitig müssten effektiv weniger Zinsen bezahlt werden. „Das würde natürlich ebenso Geld kosten, würde das Budget aber bei weitem weniger belasten.“
Forderung nach gestütztem Darlehen
Dass so ein gestütztes Darlehen möglich sei, zeige das Beispiel Oberösterreich, so Haimbuchner: „Wir bieten unseren Landsleuten gemeinsam mit der Oberösterreichischen Landesbank ein mit 2,95 Prozent fix verzinstes Darlehen.“
Ein Beispiel: Benötigt ein Häuslbauer ein Wohnbaudarlehen in Höhe von 500.000 Euro, bezahlt er bei einem aktuell realistischen effektiven Jahreszinssatz von 4,055 Prozent über 35 Jahre monatlich 2.208,24 Euro zurück. Damit belaufe sich die Gesamtkosten nach 35 Jahren auf rund 920.000 Euro. Kann allerdings ein Darlehen mit Fixverzinsung von 2 Prozent genutzt werden, wären über 35 Jahre monatlich 1.664,74 Euro zurückzubezahlen, die Gesamtkosten lägen bei knapp 700.000 Euro.
„Dieses einfache Rechenbeispiel zeigt, dass man mit einem Zinszuschuss seitens der öffentlichen Hand einen viel größeren Hebel hat als mit einmaligen Geldgeschenken, die noch dazu von steigenden Preisen wettgemacht werden würden. Diesen Ansatz sollten die Entscheidungsträger auf Bundesebene weiterverfolgen“, fordert Haimbuchner.
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