Wolfsbeauftragter: „Der Wolf wird dann gefährlich, wenn er sich mehrfach Menschen nähert“

Michaela Maurer Michaela Maurer, Tips Redaktion, 23.04.2019 17:05 Uhr

LEOPOLDSCHLAG/BEZIRK FREISTADT. In den nächsten Jahren wird die Zahl der Wölfe in Österreich steigen. „Wir müssen Lösungen finden, wie ein Nebeneinander von Menschen und Wölfen funktionieren kann“, sagt Wolfgang Sollberger, Wolfsbeauftragter für das Mühlviertel.

rei Wolfsrudel leben aktuell in Österreich, eines davon in der Region um Liebenau. In den Nachbarländern steigt die Zahl der Wölfe stark an, in Deutschland ist diese seit 2000 um zirka 35 Prozent gestiegen. „Jungwölfe müssen mit zirka ein bis zwei Jahren das Rudel verlassen und sich ein neues Revier suchen“, erklärt Sollberger. Auf der Suche nach einem eigenen Revier und einem Partner wandern sie bis zu 30.000 Hektar. „Aufgrund der steigenden Population in den Nachbarländern ist auch damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren mehr Wölfe nach Österreich kommen.“ Was Naturschützer freut, bereitet Landwirten oft Sorgen. Im Jänner 2016 wurden in Mardetschlag (Leopoldschlag) fünf Damhirsche von einem Wolf gerissen. Seither gab es immer wieder Meldungen von Wolfsichtungen und einzelnen Verdachtfällen von Wolfsrissen. „Die Bilder von Wildkameras können leider oft nicht eindeutig ausgewertet werden“, sagt Sollberger.

Lösungen von Nachbarn

Das Land Oberösterreich hat Wolfsbeauftragte bestellt, um rascher und effizienter bei Verdacht auf Wolfsrisse reagieren zu könnnen. Wolfgang Sollberger aus Leopoldschlag und Gottfried Diwold aus Perg sind für das Mühlviertel zuständig. „Bei einem Verdacht wird zuerst die Bisswunde besichtigt. Ist diese nicht eindeutig, wird DNA von der Bisswunde entnommen und nach Wien an die Veterinär-Uni geschickt.“ Wird der Wolfsriss bestätigt, kann ein Antrag auf Schadensausgleich gestellt werden. Wichtig ist, die Lage der Kadaver nicht zu verändern und diese abzudecken, um Aasfresser fernzuhalten und mögliche DNA-Spuren zu sichern. „Das Gehege gleicht nach einem Wolfsriss oft einem Schlachtfeld, das ist natürlich für den Tierhalter nicht schön anzusehen.“

Um einen lösungsorientierten Umgang mit dem Wolf ermöglichen zu können, wird auch ein reger Austausch mit den Nachbarländern betrieben. „Wir sehen uns bei Exkursionen vor allem in Deutschland und der Schweiz an, wie man dort mit der Situation umgeht und bilden uns ständig weiter“, sagt der Wolfsbeauftragte. „Dass sich Wölfe auch mal kurz in die Nähe von Häusern und Siedlungen wagen, gehört noch zu ihrem normalen Verhalten. Gefährlich wird es dann, wenn ein Wolf für längere Zeit in der Nähe von Häusern und Siedlungen bleibt und sich mehrfach Menschen nähert. Für diese Situationen braucht es auf alle Fälle eine Lösung, damit sich Menschen schützen können.“ Im Winter, wo kaum Nutztiere auf der Weide sind, wurden keine Risse gemeldet. „Im Mai, wenn die Nutztiere wieder draußen sind, werden wir sehen, wie sich die Lage entwickelt“, sagt Sollberger.

Meldungen von vermutlichen Wolfsrissen: Tel. 0732/7720/11812 (Dienstzeit) und Tel. 0732/7720/11889 (außerhalb der Dienstzeit)

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