Fahrten auf der Krumpe sind wieder erlaubt, jetzt geht es ums Geld

Philipp Hebenstreit, Leserartikel, 08.03.2018 13:14 Uhr

OBER-GRAFENDORF, BISCHOFSTETTEN. Mit Zuversicht blickten die Verantwortlichen der Ober-Grafendorfer Anschlussbahnen gemeinnützige GmbH (OAB) vorige Woche auf die Behördenvertreter. Denn am Donnerstag gab es eine Verhandlung. Mit positivem Ende: Die Strecke ist befahrbar, jedoch mit einer kostspieligen Auflage.

Donnerstagvormittag, Schauplatz: Bahnhof Ober-Grafendorf. Drei Journalisten und eine Handvoll Eisenbahnfans, bewaffnet mit Kameras, stehen in der Eiseskälte und warten, bis beim Bahnhofsbräu die Türe aufgeht. Hinter der Tür sitzen im warmen Stübchen die Behördenvertreter und Mitglieder der OAB und verhandeln über einen möglichen Bahnbetrieb auf der 2010 stillgelegten Strecke „Krumpe“. Ab und zu geht die Tür auf: „Es dauert noch 20 Minuten“, hört man auf Nachfrage ein paar Mal. Dann ist es wirklich so weit. Die Herren verlassen das Lokal und begeben sich Richtung Bahnsteig zur Diesellok 2092.03 und einem Waggon in Jaffa-Lackierung. „Alles einstiegen“; ruft ein junger Mann. Dann geht die Befahrung los. Langsam zuckelt das Gespann Richtung St. Margarethen. Bei jeder Eisenbahnkreuzung (EK) wird halt gemacht, die Straßenquerungen werden an Ort und Stelle verhandelt. Bis zur Bezirksgrenze wird gefahren, danach geht es retour nach Ober-Grafendof, auch das Heizhaus wird noch angeschaut. Das gesamte Spektakel dauert stundenlang, geht für die Gesellschafter gut zu Ende. „Einem positiven Ergebnis steht nichts im Wege“, brachte es Peter Scheinhart, Geschäftsführer der OAB, danach im Tips-Gespräch auf den Punkt. „Die Strecke ist in Ordnung, wir bekommen aber die eine oder andere Auflage, damit wir den Betrieb aufnehmen dürfen“, ergänzt der Geschäftsführer. Die kostspieligste Auflage ist die Errichtung einer Lichtzeichenanlage bei einer EK in St. Margarethen bei Bahnkilometer 3.190. „Wir hätten gehofft, dass uns das nicht trifft, aber es muss leider sein.“ Kostenpunkt laut Scheinhart um die 80.000 Euro.

Spendenaufruf für die Investitionen

„Das reißt uns ein Loch in die Geldbörse, die wir nicht haben“, so sein Nachsatz. Außerdem muss die Sicherungstechnik der Anschlussbahn an das Netz der NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) eingebunden werden (Kostenpunkt ca. 30.000 Euro). Weiters braucht es noch eine Schutzweiche und ein Bahnsteig soll errichtet werden. (30 bis 50.000 Euro). „Wir ersuchen bitte um Unterstützung, damit wir pünktlich zum Pielachtaler Schmalspurfest fahren können“; ergänzt Scheinhart. (Konto der OAB: IBAN: AT293258500000065409). Gibt es im Hinblick auf die teure Lichtzeichenanlage eine Übergangsfrist? „Leider nicht“, meint Scheinhart, der aber trotzdem frohen Mutes ist, pünktlich zum Fest den Betrieb aufnehmen zu können. „Das ist unser großes Ziel.“

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