Aktivisten sorgten für chaotischen Infoabend um geplante 110 kV-Leitung im Mühlviertel

Petra Hanner Petra Hanner, Tips Redaktion, 27.09.2018 14:36 Uhr

MÜHLVIERTEL. Die neuerliche Regionskonferenz, in der Land und Netzbetreiber über den Fortlauf der Planungsprozesse für die 110 kV-Leitung informieren wollten, ist am Mittwoch Abend definitiv anders verlaufen, als diese es sich vorgestellt haben.

Gleich zu Beginn wurden die Besucher von einer „Mahnwache“ mit Transparenten und Grablichtern empfangen, dann forderte die IG Landschaftsschutz 20 Minuten Vortragszeit, die zähneknirschend gewährt wurde. IG-Sprecher Gottfried Mitterlehner kritisierte den Prozess an sich: „Wir haben das Gefühl, dass es gar keine echte Bemühung für ein Erdkabel gibt und die Entscheidung für eine Freileitung schon gefallen wäre. Wir wollen eine seriöse Prüfung aller Varianten und die Beiziehung von Experten, denen beide Seiten vertrauen“, brachte es Mitterlehner auf den Punkt.

Aktivisten verließen den Saal

Zur Diskussion kam es nicht mehr: Weil das Podium die Beantwortung der Fragen auf das Ende der Tagesordnung verschoben hatte, verließen die Aktivisten in großer Zahl den Saal. Tatsächlich scheint die Erdkabel-Variante im Trassenfindungsprozess eine höchst untergeordnete Rolle zu spielen. Zwar werden alle fünf Freileitungstrassen mit höchster Akribie durchleuchtet und bewertet, das Erdkabel allerdings nicht dargestellt.

„Technischer Humbug“

Warum der Freileitung der Vorzug zu geben sei, versuchte Wolfgang Angerer vom „Hochspannungs-Team“ der Netz OÖ zu erklären: „Natürlich wäre es machbar, aber es ist technischer und wirtschaftlicher Humbug“. Beim Netzbetreiber geht man davon aus, dass die Kabel-Variante um den Faktor drei teurer käme, denn so einfach könne man ein 40 Kilometer langes Kabel gar nicht ins Starkstromnetz „reinhängen“: „Machbar wäre es nur, wenn wir Trenntransformatoren an beiden Kabelenden einbauen würden. Erstens sind diese teuer und zweitens sind sie auch im Betrieb nicht wirtschaftlich“, erklärte der Experte und nannte geschätzte Mehrkosten von 16 Millionen Euro alleine für diese Trafo-Stationen.

Studie: Ergebnisse im November

Wenn es auch zu einer möglichen Kabeltrasse noch überhaupt keine Überlegungen gibt, wird es zumindest die Kosten betreffend bald Klarheit geben. Das Ergebnis einer in Auftrag gegebenen Studie wird für November erwartet. Darin soll ein Vollkostenvergleich zwischen Freileitung und Erdkabel dargestellt sein.

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Kommentare

  1. Michael Praschma 27.09.2018 17:49 Uhr

    Das Chaos kommt von woanders - … nämlich von der Energie AG. Wenn man glaubt, über die Bevölkerung drüberfahren zu können, muss man sich nicht wundern, wenn diese sich das nicht gefallen lässt.

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