Aufregung um Mastfarm in St. Valentin: Anrainer wenig begeistert

Rafael Haslauer Rafael Haslauer, Tips Redaktion, 19.02.2018 13:01 Uhr

ST. VALENTIN. Für große Unruhen in einer St. Valentiner Siedlung sorgt eine geplante Hühnermastfarm in unmittelbarer Nähe. Anrainer dementieren, über das Bauvorhaben informiert worden zu sein. Tips ging der Sache auf den Grund.

„Wir haben nur durch Zufall erfahren, dass in unmittelbarer Nähe zu unserer Wohnsiedlung eine Hühnermastfarm mit zirka 30.000 Hühner geplant ist. Wenn man bedenkt, welcher Geruchsbelästigung die Anrainer ausgesetzt werden, dann wäre es doch angebracht, darüber informiert zu werden“, zeigt sich etwa die Familie Leeb, die in der Gollendorferstraße am Rande St. Valentins beheimatet ist, wenig begeistert. Geplant sei die Hühnermastfarm westlich der Ennser Straße im Ortsteil Langenhart.

Datenschutz

Auch auf Nachfrage bei der Stadtgemeinde St. Valentin habe man keine weiteren Informationen erhalten. „Da wird immer von Datenschutz gesprochen. Haben die Anrainer keine Rechte? Haben wir kein Recht darauf zu erfahren, dass uns eine Anlage vor die Tür gesetzt wird, die hauptsächlich Gestank verbreitet?“, zeigt sich Leeb entrüstet. Auch weitere Anrainer seien alles andere als begeistert über das geplante Vorhaben.

Die rechtliche Situation

Auf Anfrage bei der Stadtgemeinde St. Valentin, gab Amtsleiter Rudolf Steinke Auskunft: „Zunächst möchte ich sagen, dass wir die Bedenken der Anrainer sehr ernst und nicht auf die leichte Schulter nehmen. Momentan sieht es so aus, dass ein Bauverfahren im Laufen ist, in dem alle relevanten Punkte geprüft werden. Und so lange diese Prüfung nicht abgeschlossen ist, ist jede Information nur eine mögliche Variante, die in Wahrheit keine Aussagekraft hat und darüberhinaus gesetzlich nicht zulässig ist“, so Steinke. Heißt also: erst wenn alle rechtlich relevanten Punkte geprüft wurden und Gewissheit darüber herrscht, dass die Anrainer keiner Belästigung, in welcher Form auch immer, ausgesetzt sind, wird das Bauvorhaben realisiert. Denn Rechte haben nicht nur die Anreiner, sondern auch der Bauwerber, informiert Steinke weiter.

1. Instanz der Baubehörde

Zu bewerten hat das Bauvorhaben die Bürgermeisterin der Stadt, Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ). „Sie ist die erste Instanz der Baubehörde und muss, unabhängig ihrer eigenen Interessen, die Sachlage objektiv bewerten. Da spielt es auch keine Rolle, welche Einstellung die Stadtgemeinde in Bezug auf eine Hühnermastfarm hat“, erklärt der Amtsleiter und versichert, dass die Baubehörde die Thematik nach bestem Wissen und Gewissen abwickeln wird.

Anrainer wurden informiert

Der Vorwurf, die Anrainer nicht informiert zu haben ist laut Bürgermeisterin Suchan-Mayr so nicht richtig. „Es gibt Gesetze, an die ich mich als Bürgermeisterin zu halten habe. Eines dieser Gesetze betrifft die Informationspflicht geplanter Bauvorhaben. Dieser Informationspflicht sind wir nachgekommen und haben jene Anrainer informiert, die laut Gesetz informiert werden müssen. Aufgrund der Entfernung der Gollensdorferstraße zum geplanten Bauobjekt, ist es mir untersagt, die dortigen Bewohner in dieser Form zu informieren“, klärt die Bürgermeisterin auf. Es müsse also zunächst das Ergebnis des Bauverfahrens abgewartet werden, ehe weitere Informationen kundgetan werden können.

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Kommentare

  1. Gastuser 30.03.2018 19:11 Uhr

    Unterschriftenliste - www.wollen-wir-nicht.at ????

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  2. Gastuser 11.03.2018 17:33 Uhr

    Aufregung um Mastfarm - Hr. Haslauer, dass dieser Gastuser nicht den Mut aufbringt, um aus seiner Anonymität hervorzukriechen, ist doch wohl klar - große Klappe, nix dahinter ;-) Es ist in unserer Gesellschaft heutzutage traurige Gewissheit, dass jeder sehr klug ist und alles besser weiß, dann aber seinen Schwanz einzieht und unfähig ist, eine normale Konversation zu führen. Lassen Sie sich nicht entmutigen durch Leserbriefe wie von Fam.Riedl in KW10 zu o.a. Thema (natürlich auch solche unqualifizierten Meldungen wie obigen Gastuser). Ist schon klar, dass ein Bauer was verdienen und seine Inventitionen vomStall auch wieder reinbringen muss (armes "Schwein", doch im obigen Artikel ging es ja vorrangig um etwas Anderes. Man hört halt immer das raus, wo man andockt und ein Thema damit hat. Im grundgenommen geht es doch immer um´s Geld :-(

    0   0 Antworten
  3. Gastuser 24.02.2018 20:17 Uhr

    Aufregung um Mastfarm - Ein Großartiger Kommentar von Rafael Haslauer auf Seite 2 der TIPS/KW 8. BRAVO!!!!! Auf den Punkt gebracht, sachlich, empatisch und informativ. Bestimmt werden ihm viele Leser beipflichten. Das Perverse daran ist bloß, dass immer die "Obrigkeiten" und ihre Profitgier siegreich bleiben.

    1   0 Antworten
    • Gastuser 24.02.2018 21:29 Uhr

      Kommentar von haslauer - Laut haslauer ist er seit einigen jahren clean aber wenn man sein kommentar liest haben die drogen anscheinend schwere schäden hinterlassen. Vielleicht sollte man sich vorher etwas mehr mit der realität auseinandersetzen und nicht benebelt durch die welt laufen.

      0   1 Antworten
    • Rafael Haslauer 26.02.2018 10:22 Uhr

      Wertvoller Beitrag - Sehr geehrter Herr Gastuser, sollten Sie den Mut aufbringen, sich nicht hinter der Anonymität zu verstecken bin ich gerne bereit, mit ihnen eine sachliche Diskussion zu führen. Beste Grüße Rafael Haslauer

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