Oft zeigt sich erst auf langen Reisen, wie gut oder schlecht ein Auto sein kann. Wenn das stimmt, dann ist der Ford Kuga ein ganz ein Guter. Der Kuga ist einer von vielen Klassikern im Hause Ford. Er ist ein Mid-Size SUV wie es im Buche steht. Nicht zu klein, nicht zu groß. Nicht zu bamstig, nicht zu zierlich. Eher kein Sieger der Herzen, vernunftbasierte Entscheidungen aber führen fast zwingend zum Kölner. Bleibt nur noch sich für eine der drei angebotenen Antriebe und eine von sieben (!!) Ausstattungsvarianten zu entscheiden und fertig ist der unbeschwerte Autoalltag.

Ein 2-wöchiger Test mag den vielleicht nicht zur Gänze widerspiegeln können, ist ein Trip nach Kroatien mit dabei, kommt er dem aber schon recht nahe. Wir fassten dafür einen Kuga 2,5 Duractec FHEV aus, sprich einen Vollhybriden. Seine Assets: 190 PS Systemleistung, 200 Newtonmeter maximales Drehmoment, CVT-Automatik mit simulierten Gangwechseln, Allradantrieb. Quasi das Schweizer Messer für all jene, die gerne Hybrid-SUV fahren, aber über keine passende Lademöglichkeit verfügen.
Der Kuga Vollhybrid lädt seine Batterie ausschließlich während der Fahrt auf, entweder beim Ausrollen oder beim Bremsen. Gesammelt in einem Akku mit einer Kapazität von 1,1 kWh reicht das für reichlich elektrische Unterstützung und kurze rein elektrisch zurückgelegte Strecken. Klingt nicht zwingend nach der ersten Wahl für lange Autobahnetappen. Tatsächlich ist vor allem innerstädtisch der Verbrauch überragend, der ruhige Antrieb und der hohe Fahrkomfort machen das stattliche SUV glatt zum lässigen Stadtflitzer.
Auch die Autobahn, quasi der natürliche Feind der Vollhybriden, ändert am tollen Fahreindruck nichts. Die Leistung ist mehr als ausreichend, Vollgas wird mit Vortrieb belohnt, mit vernehmbarer akustischer Untermalung. Trinkfester wird der FHEV erst jenseits der 140 km/h, wo man ja eh nichts mehr verloren hat. Zu dem lassen die üblichen Stolpersteine auf dem Weg in den Urlaub – Baustellen, Luft-Hunderter, Elefantenrennen – ausreichend Rollphasen und Rekuperation zu. In Zahlen: 6,2 Liter im Schnitt, auf landschaftlich reizvollen Strecken eher 5,7.
Die fehlende Suche nach Tankstellen oder gar Ladestationen ist damit eine Sorge weniger. Insgesamt scheint Ford dem Kuga das mit auf den Weg gegeben zu haben: Mach deinem Lenker keine Sorgen. Lass ihm seine Ruhe, unterstütze ihn, dräng dich nicht auf. Wir haben den Kuga die ganze Zeit über quasi nicht gespürt. Er war einfach da. Machte Platz für unser gesamtes (Urlaubs)Hab und Gut, verschob seine Rückbank zu Gunsten Urlaubsmitbringsel, ließ sich kinderleicht bedienen, navigierte souverän durch drei Länder, hielt seine Assistenzsysteme an der kurzen Leine.
Den positiven Rest übernahm die Ausstattung „Graphit Tech Edition“, ihres Zeichens ein „Best of“ Komfort und sportlichem Touch. „Grey Matter“ Lack, schwarze Alufelgen und „ST Line“ Styling Paket schenken dem Kuga einen dynamischen Auftritt. Dem gegenüber stehen adaptive LED-Scheinwerfer, Bang&Olufsen Soundsystem, digitale Anzeigen, Navi, Premium-Polsterung in Wildlederoptik, Head-up-Display und vieles mehr bereit, um schon die Hinfahrt Teil des Urlaubes werden zu lassen. Sofern das Urlaubsbudget noch 53.550,00 EUR für den Ford Kuga 2,5 FHEV Graphit Tech Edition übrig hat.
Echt lässig: Die auffällige Unauffälligkeit des Kuga im Alltag.
Echt stressig: Nichts.
Echt fett: Langes Fahren ohne langes Laden.
Echt jetzt: Dass die Kombination aus Touchscreen und Tasten immer noch am besten ist.
Daten Ford Kuga FHEV AWD Graphit Tech Edition
Motor: 4-Zylinder Benziner/E-Motor
Systemleistung: 190 PS
Testverbrauch: 6,1 Liter
Vmax: 196 km/h
0 auf 100 km/h: 9,5 Sek
Preis ab EUR 53.550,00
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