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Ruf nach "Bürokratiebremse" bei Junger Wirtschaft Amstetten

Michaela Aichinger, 31.03.2025 12:04

AMSTETTEN. Die Stimmungslage bei den NÖ Jungunternehmen bleibt gedämpft, wie das aktuelle Konjunkturbarometer des market-Instituts ganz deutlich zeigt: Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der befragten Jungunternehmen erwarten einen weiteren Rückgang der Konjunktur, nur 16 Prozent rechnen mit einem gesamtwirtschaftlichen Aufschwung für Niederösterreich.

Marc Krüger (Foto: Jana Martin)
Marc Krüger (Foto: Jana Martin)

Diese angespannte Lage spiegelt sich auch in der Ertragslage wider, denn nur 23 Prozent der NÖ Jungunternehmen erwarten hier eine Verbesserung. Im Gegenteil: 36 Prozent rechnen mit sinkenden Erträgen.

Beim Thema Investitionen halten sich die niederösterreichischen Betriebe momentan zurück. Lediglich 19 Prozent der Befragten steigern ihre Investitionen, 36 Prozent hingegen senken diese.

„Jungunternehmer bleiben auf Investitionsbremse“

„Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer bleiben aus Vorsicht auf der Investitionsbremse. Das Potenzial der jungen Unternehmen für Wachstum und Arbeitsplätze kann so nicht voll ausgeschöpft werden. Dadurch verliert ganz Niederösterreich an wirtschaftlicher Dynamik“, kommentiert Marc Krüger, Bezirksvorsitzender der Jungen Wirtschaft Bezirk Amstetten, die Ergebnisse.

Ein zentrales Problem bleibe auch die Inflation: 55 Prozent der NÖ Jungunternehmer rechnen mit einem weiteren Anstieg der Preise. Dementsprechend ist auch die Motivation relativ gering, neue Mitarbeiter einzustellen (22 Prozent).

Bürokratie als „größte unternehmerische Herausforderung für NÖ Jungunternehmen“

Die größten To Do’s für die neue Bundesregierung orten die jungen Unternehmen ganz klar bei den Themen Steuern (59 Prozent), Bürokratie (48 Prozent) und Gesundheitssystem (39 Prozent).

„Für die Hälfte aller befragten Jungunternehmen ist die Bürokratie die größte unternehmerische Herausforderung. Unsere Betriebe brauchen freie Fahrt für Innovation und Wachstum. Sie dürfen nicht länger durch Bürokratie und zu hohe Lohnnebenkosten ausgebremst werden“, betont Krüger.

Denn auch hier zeige sich ein eindeutiges Stimmungsbild: 67 Prozent der NÖ Jungunternehmen fordern eine Senkung der Lohnnebenkosten. 40 Prozent wünschen sich eine Reduktion bürokratischer Form- und Meldepflichten, 38 Prozent die Digitalisierung und Optimierung behördlicher Prozesse.

Hinzu kommt auch der Fachkräftemangel, der durch die alternde Bevölkerung weiter verschärft wird. Um diese Hürde zu meisten, fordern die NÖ Jungunternehmer eine attraktivere Lehre (90 Prozent), den Ausbau der Kinderbetreuung (82 Prozent) und mehr Anreize für Vollzeitarbeit (72 Prozent).

„Bundesregierung sendet mit angekündigten Maßnahmen positive Signale“

„Trotz dieser Herausforderungen ist aber klar: Die jungen Unternehmerinnen und Unternehmen in Niederösterreich sind und bleiben die Motoren für Zukunft und Wirtschaftskraft. Mit der Aufnahme mehrerer zentraler Forderungen der Jungen Wirtschaft ins Regierungsprogramm sendet die neue Bundesregierung erste wichtige Signale“, blickt der Bezirksvorsitzende zuversichtlich nach vorne.

Vor allem die Erleichterung von Betriebsübergaben, steuerliche Entlastungen für Leistungsträger und Maßnahmen zur Entbürokratisierung seien positive Signale für die junge Wirtschaftsgeneration. „Nun müssen diese angekündigten Maßnahmen auch schnell zur Umsetzung kommen. Steuern senken, Bürokratie abbauen, Investitionen ankurbeln und gezielt gegen den Fachkräftemangel vorgehen – das sind die Gebote der Stunde“, unterstreicht Krüger.


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