Punsch im Schloss Tollet zugunsten des Erdstall-Projektes
TOLLET. Ein 800 Jahre alter Erdstall in Tollet soll auch oberirdisch sichtbar gemacht werden. Das Projekt auf die Beine stellen möchten die Verantwortlichen des „OÖ. Erdstallzentrums Tollet Unterstetten“. Man veranstaltet am Samstag, 25. Jänner einen Punschstand zugunsten des Projektes.

„Das Unterirdische oberirdisch sichtbar machen“ - das möchten Ernst Martinek, Kurt Niel und ihre Mitstreiter vom „OÖ. Erdstallzentrum Tollet Unterstetten“. Es geht um den 1993 entdeckten Erdstall in der Ortschaft Unterstetten in Tollet. Das Gelände oberhalb des Erdstalls will man zu einem Erdstallzentrum ausbauen.
Nach der punktgenauen Vermessung mittels neuartiger Software ist ein oberirdisches 3D-Modell geplant. So kann man den Untergrund schützen, den Erdstall aber trotzdem einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Zum Einsatz kommen soll auch eine VR-Brille. Die Errichtung eines derartigen Zentrums ist aber mit beträchtlichen Kosten verbunden.
Am Samstag, 25. Jänner lädt man zu „Punsch im Schloss“, einer Charity-Veranstaltung. Ab 15 Uhr gibt es im Schloss Tollet heiße Getränke, Kuchen und einen Imbiss. Der Erlös fließt in das Projekt Erdstallzentrum Tollet Unterstetten.
Was Erdställe sind
Erdställe sind Höhlensysteme, die durch Menschen vor Jahrhunderten geschlagen wurden. Etwa unter landwirtschaftlichen Gebäuden sind diese immer wieder zu entdecken. Der Zweck und die Verbreitung sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Sie waren entweder Rückzugsort oder spirituelle Einrichtungen. Bekannt sind diese in Oberösterreich, Niederösterreich, Bayern, Tschechien und Frankreich. Der Erdstall Meierhofer in Unterstetten in Tollet wurde 1993 per Zufall entdeckt. 1998 erfolgte eine erste Vermessung.
Er erstreckt sich über eine Länge von rund 37 Metern, besteht aus sieben Räumen, die über einen horizontalen und sechs vertikale Schlupfe verbunden sind. Die Schlupfen zwischen den Räumen haben gerade einmal einen Durchmesser von 40 Zentimetern.
Der Erdstall ist aufgrund verschiedener Eigenschaften einzigartig. Er ist vollständig erhalten und weist kaum Gebrauchsspuren auf. Dass er vor etwa 800 Jahren errichtet wurde, hat man mittels Radiokarbonmethode herausgefunden.
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