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Luchs Janus im Nationalpark Kalkalpen ausgewildert

Sophie Kepplinger, BA, 31.01.2025 10:01

MOLLN. Seit einigen Jahren hängt das Luchsbestandstützungprojekt im Nationalpark Kalkalpen am seidenen Faden. Die zu geringe genetische Vielfalt der aktuellen, kleinen Luchspopulation hinterlässt bereits ihre Spuren: Die eng verwandten Luchse zeugen keinen Nachwuchs. Aus diesem Grund wurde jetzt der junge Luchskuder Janus im Nationalpark Kalkalpen ausgewildert. Er ist ein Luchs mit Karpaten-DNA und soll in den kommenden Jahren für Nachwuchs sorgen.

In den frühen Morgenstunden wurde Luchs Janus aus Thüringen im Nationalpark Kalkalpen ausgewildert. Auf ihm ruhen große Hoffnungen, weil er ein Luchs mit Karpaten-DNA ist. Er soll für Nachwuchs und Blutauffrischung bei den Luchsen im Nationalpark Kalkalpen sorgen. (Foto: Wildtierland Hainich gGmbH)
  1 / 2   In den frühen Morgenstunden wurde Luchs Janus aus Thüringen im Nationalpark Kalkalpen ausgewildert. Auf ihm ruhen große Hoffnungen, weil er ein Luchs mit Karpaten-DNA ist. Er soll für Nachwuchs und Blutauffrischung bei den Luchsen im Nationalpark Kalkalpen sorgen. (Foto: Wildtierland Hainich gGmbH)

Luchs Janus ist ein reinrassiger Karpatenluchs, wurde am 22. Mai 2023 geboren und wuchs in einem naturnahen Gehege im Wildkatzendorf Hütscheroda in der Gemeinde Hörselberg-Hainich in Thüringen auf. Die letzten Monate verbrachte er in einem abgeschirmten Auswilderungsgehege. Dort wurde er ohne Menschenkontakt auf ein Leben in der freien Wildbahn vorbereitet. Nachdem er die letzten Verhaltenstests bravourös bestanden hatte, wurde Janus an den Nationalpark Kalkalpen vermittelt.

Übersiedelung nach Österreich

Nach eingehenden Untersuchungen und einem einwandfreien Blutbefund wurde Jungluchs Janus in einer Nachtfahrt nach Österreich geholt. Begleitet wurde er von Katrin Vogel vom Wildkatzendorf Hütscheroda, Tierärztin Szilvia Kalogeropoulu vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie Christian Fuxjäger und Josef Schürhagel vom Nationalpark Kalkalpen. Katrin Vogel, Geschäftsführerin vom BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda, betont „Ich freue mich sehr, dass Janus nun die Luchspopulation der Kalkalpen verstärkt und hoffentlich dazu beiträgt, den Luchsbestand Europas weiter zu vernetzen. Er ist inzwischen das siebte Tier, welches aus unserer Nachzucht in Deutschland, Österreich und Italien ausgewildert wurde.“

Beitrag zur genetischen Vielfalt

„Luchs Janus tritt seinen Weg in die Freiheit an – ein junger Luchs aus der Karpatenregion, der zur dringend benötigten genetischen Vielfalt im Nationalpark Kalkalpen beitragen soll. In einem empfindlichen Ökosystem, in dem jede Art eine wichtige Rolle spielt, hilft er dabei, das natürliche Gleichgewicht zu bewahren“; so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne). Auch Naturschutzreferent LHStv. Manfred Haimbuchner (FPÖ) zeigt sich erfreut: „Mit der Nachbesetzung Luchs Norik ist ein weiterer Teilschritt im Dreistufenplan zur dauerhaften Sicherung eines nachhaltigen Luchsbestandes im südlichen Oberösterreich getan.“

Nationalpark Direktor Josef Forstinger bedankt sich speziell bei dem seit 2008 tagenden Arbeitskreis LUKA, in dem alle Interessentengruppen an einem Tisch sitzen. Seine Arbeit war ein wichtiger Beitrag, um diese Bestandsstützung zu ermöglichen.


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