OÖ. Literaturarchiv gelingt sensationelle Übernahme von wertvollen Stifter-Beständen
LINZ/WIEN. Das OÖ. Literaturarchiv bzw. das Adalbert-Stifter-Institut konnte wertvolle Bestände zu Adalbert Stifter aus dem Archiv der Wiener Stifter-Gesellschaft übernehmen. Zahlreiche Briefe, Handschriften und Originalfotos finden sich in der Sammlung.

„Dem StifterHaus ist es gelungen, aus der Stifter-Gesellschaft Wien wichtige Bestände zu bekommen. Ein Kompliment an das Team und an ihre Kompetenz“, freut sich Landeshauptmann und Kulturreferent Thomas Stelzer.
Das Adalbert-Stifter-Institut des Landes OÖ war mit der Stifter-Gesellschaft Wien seit der Zeit seines Bestehens verbunden. Nach 100-jährigem Bestehen wurde die Gesellschaft aufgelöst. Das Vereinsarchiv, der Buchbestand sowie Autographen gingen in die Sammlung des OÖ. Literaturarchivs sowie des Adalbert-Stifter-Institutes über, Zeichnungen, Gemälde und Erinnerungsgegenstände an das Wien Museum.
Nicht nur wertvoll, sondern auch für Forschung wichtig
„Es ist eine ziemliche Sensation – ein Bestand von 22 Briefen, etlichen Handschriften und Blätter, die bislang nicht publiziert waren, Originalfotografien und Kuriositäten sind dabei. Sie sind nicht nur wertvoll, sondern auch für die Forschung relevant“, erläutert die Direktorin des Adalbert-Stifter-Institutes Petra-Maria Dallinger.
Der Wert des übernommenen Bestandes würde sich am freien Markt auf etwa 200.000 bis 250.000 Euro belaufen. Nicht nur der Bestand, auch Vereinsgeld der Wiener Stifter-Gesellschaft konnte übernommen werden.
Aufarbeitung „kriminalistische Arbeit“
Die Aufarbeitung des übernommenen Bestandes sei zu Beginn eine „kriminalistische Arbeit“ gewesen, so Dallinger. Es musste herausgefunden werden, ob Dinge schon bekannt und publiziert sind, der Bestand musste digitalisiert werden. „Noch schwieriger ist es, die Umgebung Stifters und seine Korrespondenzen aufzuarbeiten – das wird über mein Hiersein am Haus hinausgehen“, so die Direktorin.
„Stritzel“ und Wein: Nachschub geordert
Der neu übernommene Bestand enthält Werke und Handschriften Stifters wie Manuskriptblätter zu „Der Nachsommer“ und „Witiko“ sowie eine Sammlung seiner Gedichte wie „Rastlose Liebe“. Ebenso sind 22 Briefe von Stifter an seine Frau sowie die Schriftstellerin Emilie von Binzer enthalten. So bat Stifter auch mal um „Nachschub“ an Lebensmittel an Stifters Adresse in Kirchschlag – gewünscht waren „Strizel“ und Wein, der Vorrat an anderen Dingen sei hinreichend.
Die neu übernommenen Materialien werden für Forschungsarbeiten zur Verfügung stehen, die Bestände werden im Rahmen von Fachtagungen vorgestellt und teils auch in Ausstellungen wie der Dauerausstellung im OÖ. Literaturmuseum im StifterHaus präsentiert.
Mehr Infos unter stifterhaus.at
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