Vertrauen in Staat und Technologie ist Basis für die digitale Weiterentwicklung
KOPENHAGEN/OÖ. Dänemark hat eines der digitalsten Gesundheitssysteme der Welt und zählt zu den führenden Ländern in der Quantentechnologie. Eine Delegation rund um Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) suchte nun den Austausch, um von den Erfahrungen zu profitieren und sich weiter zu vernetzen.

Dass die persönliche Krankenakte via App abrufbar ist, ist hierzulande noch schwer vorstellbar. In Dänemark hat jeder Bürger ein E-Mail-Postfach, über das die gesamte amtliche Kommunikation läuft. Auch die Krankenakte samt Röntgenbildern ist digital abrufbar. Bedenken, dass persönliche Daten im Netz sind, hat die Bevölkerung kaum, das Vertrauen in die Verwaltung ist hoch. Der Linzer Markus Puchner, Facharzt für Chirurgie in Kopenhagen, nennt es Pragmatismus: „Es ist ein Geben und Nehmen: Die Bevölkerung akzeptiert, dass die Gesundheitsdaten verarbeitet werden. Dafür gibt es ein evidenzbasiertes Gesundheitssystem.“ Ist der Hausarzt nicht erreichbar, erfolgt die Patientenlenkung über eine Hotline, eine erweiterte Form der Nummer 1450. Überfüllte Notfallambulanzen gibt es in Dänemark nicht. In Oberösterreich besteht laut Landeshauptmann Stelzer „Luft nach oben“ in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, er betont aber: „Wir sehen keinen unmittelbaren Zwang, alles zu 100 Prozent zu digitalisieren. Ich nehme die Diskussion nicht auf die leichte Schulter, dass es ein Recht auf ein analoges Leben gibt.“
Quantentechnologie als Chance für Oberösterreich
Bei neuen Technologien ganz vorne dabei zu sein, ist eine Chance, an der die Johannes Kepler Uni, die FH OÖ Hagenberg und das Software Competence Center Hagenberg intensiv arbeiten. Quantentechnologien ermöglichen neben abhörsicherer Kommunikation unter anderem auch die schnellere und präzisere Erkennung von Krankheiten. Ein Quantencomputer rechnet rund tausendmal schneller als ein „normaler“ Computer.
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