Teilnehmer aus Österreich, Deutschland und Italien: Gallneukirchner holt sich "Ohrenschmaus-Literaturpreis"
GALLNEUKIRCHEN/WIEN. Ein herausragendes literarisches Talent aus Gallneukirchen beeindruckte beim Bewerb „Ohrenschmaus-Literaturpreis“ mit einem Gedicht, das tiefe Emotionen und sprachliche Brillanz vereint. Damit konnte sich der Gallneukirchner Markus Klambauer aus mehr als 200 Einsendungen aus Österreich, Deutschland und Italien den Sieg holen. Er ist ein Künstler mit vielen Facetten.

Ein wahres Multitalent ist Markus Klambauer aus Gallneukirchen. Er ist ein Literat und Schauspieler und wurde nun mit dem „Ohrenschmaus-Literaturpreis 2025“ ausgezeichnet. Der Mühlviertler überzeugte die Jury – darunter Persönlichkeiten wie Arno Geiger, Günter Kaindlstorfer und Heinz Janisch – mit seinem Gedicht „Ich wünsche mir von mir, zuzuhören“ und gewann den ersten Preis in der Kategorie „Lyrik“. Sein Text beeindruckt mit Rhythmus, Emotionalität und einer außergewöhnlichen sprachlichen Kraft.
Klambauer ist weit mehr als ein talentierter Literat. Als leidenschaftlicher Schauspieler steht er regelmäßig mit dem inklusiven Ensemble Theater Malaria des Diakoniewerks auf der Bühne. Neben der Kunst widmet er sich auch der Musik und dem Sport.
„Markus‘ Texte sind tiefgründig, bewegend und haben eine ganz eigene Poesie. Seine Worte zeigen, wie wichtig es ist, Menschen eine Bühne für ihre Gedanken zu geben“, sagt Barbara Schinko-Tubikanec, Leitung Kunstwerkstatt im Diakoniewerk. Die Literaturwerkstatt des Diakoniewerks bietet Schreibenden wie Markus Klambauer einen Raum, um ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Erzählen ordnet das Leben – es stärkt, verbindet und trägt soziale Botschaften in die Gesellschaft. Klambauers‘ prämiertes Gedicht ist im Buch „Ich höre das Zuhören im ganzen Raum“ erschienen, das alle ausgezeichneten Texte versammelt.
Das Sieger-Gedicht „Ich wünsche mir von mir, zuzuhören“ von Markus Klambauer, Gallneukirchen:
Ich höre den Winter, wenn der Schnee vom Himmel fällt. Ich höre die Arbeit, das Rucken der Tische und Sessel. Ich höre die Stille im Haus. Das ist gruselig und ich habe Angst. Ich höre die Konflikte der Arbeitskollegen. Ich höre das Miteinander Reden, es ist gut. Ich höre, wenn sich jemand Zeit zum Zuhören nimmt. Ich höre die Stimme der Iris, wenn sie lacht. Ich höre, wenn meine Neffen durch die Schiebetür kommen. Ich höre, wenn meine Freundin redet. Ich lege mich auf das Herz von Kerstin und höre es schlagen. Ich höre die Wärme von meiner Freundin Kerstin und ihr Herz. Ich höre das Zuhören meiner Mitmenschen im ganzen Raum.Ich höre, was sie reden. Ich höre zu.
Über den Ohrenschmaus-Literaturpreis
Der Ohrenschmaus-Literaturpreis wurde 2007 von Franz-Joseph Huainigg ins Leben gerufen, um literarische Werke von Menschen mit Lernbehinderung zu würdigen.
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