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Nahversorgung am Land: Hybrid-Märkte sind die Zukunft

Mag. Jacky Stitz, 06.06.2024 07:25

URFAHR-UMGEBUNG. Nahversorger übernehmen eine wichtige Rolle in der Erhaltung der Lebensqualität und Infrastruktur am Land. „Besonders für ältere Menschen, Familien und Personen ohne Fahrzeug sind diese unverzichtbar. Um die regionale Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen, bieten Hybrid-Märkte großes Potenzial“, so die Feldkirchnerin Sabine Lindorfer, Bezirksobfrau der Wirtschaftskammer. Solche gibt es etwa in Schenkenfelden, Ottensheim – und ganz neu nun auch in Reichenthal.

Kinderleicht: Einkaufen mittels Scan im Hybrid-Markt Schenkenfelden. (Foto: Stitz)
Kinderleicht: Einkaufen mittels Scan im Hybrid-Markt Schenkenfelden. (Foto: Stitz)

Von der Greißlerei zum Hybrid-Markt – so lässt sich der Weg des Nah&Frisch-Marktes in Schenkenfelden, geführt von Peter Pötscher, beschreiben. Er führt sein Lebensmittelgeschäft bereits in der dritten Generation. Seit eineinhalb Jahren wird hier den Kunden die Möglichkeit angeboten, auch außerhalb der „normalen“ Öffnungszeiten einzukaufen. Etwa am Abend, um Chips und Cola für einen spontanen Besuch von Freunden zu besorgen. Oder am Sonntag, um schnell mal was für das Frühstück zu holen. Pötscher sagt: „Ich denke, wenn wir nicht auf einen Hybrid-Markt gewechselt hätten, müssten wir jetzt wahrscheinlich schließen, da wir den Markt nicht wirtschaftlich betreiben könnten.“

Schenkenfeldens Bürgermeisterin Doris Leitner dazu: „Der Hybrid-Markt wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Es freut mich, dass die Nahversorgung im Ort gesichert ist und dass wir mit solch innovativen Lösungen Vorreiter in der Region sind.“

Wöran aus Ottensheim: „Das wird sich durchsetzen“

Auf die Hybrid-Form setzt auch Roland Wöran im Nah&Frisch in Ottensheim: „Es gibt durch die erweiterten Öffnungszeiten unseres Hybrid-Marktes für alle im Ort eine unkomplizierte, fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeit, die es vorher nicht gab mit Selbstscan und Selbstbezahlen. Durch die zusätzlichen Hybrid-Öffnungszeiten erleichtert sich auch die Personaleinsatzplanung und die Frequenzspitzen werden etwas abgeflacht. Ich denke, das Konzept wird sich in der Zukunft in vielen Bereichen im Handel durchsetzen.“

Neuer Hybrid in Reichenthal

Seit Anfang Mai wird im Bezirk als weiterer Hybrid-Markt auch jener von Kurt Buschberger in Reichenthal geführt. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir noch einige Lebensmittel-Nahversorger bei uns haben: Einen Nah&Frisch, eine Fleischerei und eine Bäckerei. Die Betriebe sind sehr bemüht und das regionale Angebot sowie die kurzen Wege werden von den Bürgern sehr geschätzt“, berichtet Amtsleiter Josef Tröbinger aus Reichenthal.

Reichenau „in Planung“

Ohne Hybrid-Variante kann es so weit kommen, dass es in einzelnen Gemeinden gleich gar keinen herkömmlichen Nahversorger mehr gibt – wie etwa in Reichenau. „Unser Adeg hat 2018 geschlossen. Seitdem war die Gemeinde bestrebt wieder einen Nahversorger zu finden. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken sind mit dem örtlichen Fleischhauerbetrieb und der Lagerhausgenossenschaft sichergestellt. Trotzdem ist es ein Wunsch der Bevölkerung, einen Versorger, der auch Artikel des täglichen Bedarfs anbietet, hier zu haben. Der Nahversorger ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt, besonders für die Älteren. Es ist uns gelungen, einen Interessenten für einen neuen Nahversorger zu finden. Zurzeit laufen noch die Verhandlungen“, so Reichenaus Bürgermeister Peter Rechberger.

Herausforderung und Chance

„Mit Hybrid-Märkten kann man Personalkosten sparen und dennoch die Öffnungszeiten für 72 Stunden pro Woche gewährleisten“, sagt die Wirtschaftskammer-Bezirksobfrau Sabine Lindorfer. Herausforderungen? Der Betreiber muss in moderne Überwachungstechnik und Zugangskontrollsysteme investieren, um sich vor Diebstahl zu schützen. Auch die Selbstbedienung muss benutzerfreundlich sein. „Die persönlichen Daten der Kunden müssen gewahrt bleiben. Und es gibt auch keinen Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Das ist ein großer Nachteil zu Tankstellenshops oder Automaten“, so Lindorfer.


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