Wirtschaftspark Ybbstal soll wachsen: Fünf Gemeinden entwickeln gemeinsam Betriebsgebiete
YBBSTAL. Die Wirtschaftspark Ybbstal GmbH will wachsen: Zehn Jahre nach Gründung der gemeindeübergreifenden Gesellschaft planen die Gemeinden Waidhofen an der Ybbs, Ybbsitz, Opponitz, Hollenstein an der Ybbs und St. Georgen am Reith den nächsten Schritt. Drei weitere interkommunale Betriebsgebiete sollen entstehen. Die Kommunalsteuer soll nach einem neuen Schlüssel aufgeteilt werden, der für einen noch stärkeren Ausgleich zwischen strukturschwachen und strukturstärkeren Gemeinden sorgt.

Im Beisein von Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav präsentierten die fünf Ortschefs sowie VP-Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger, Geschäftsführer des Wirtschaftsparks Ybbstal, am vergangenen Mittwoch die neuen Pläne. Der Standort für die „Regionalkonferenz“, zu der alle Ybbstaler Gemeinderäte geladen waren, hatte Symbolkraft: Die Härterei Michael Welser (HMW) in Ybbsitz war 2009 Motor und Impulsgeber für den Bau des interkommunalen Wirtschaftsparks in Haberlehen (Ybbsitz) gewesen.
Über 200 Arbeitsplätze
Mit HMW, duomet, Seisenbacher und IMC wurden mittlerweile vier Betriebe mit über 200 Arbeitsplätzen in Haberlehen angesiedelt. „Die Flächen waren in kürzester Zeit ausgelastet. Der Wirtschaftspark entwickelte sich zur Erfolgsgeschichte und wir haben gemeinsam strategische Projekte umgesetzt – wie die Rettung der Königsberglifte und der Forsteralm, die Errichtung des AFW-Naturrasenplatzes oder die Entwicklung der ehemaligen Bene-Bürgerhäuser“, blickte Wirtschaftspark-Geschäftsführer Andreas Hanger auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Grundlage für diese positive Entwicklung sei das „Vertrauen zueinander und die hohe Kooperationskultur in der Region“, bestätigte Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Landes-Wirtschaftsagentur ecoplus.
Drei neue gemeinsame Betriebsflächen
Bis zum Jahresende möchten die fünf Gemeinden einen neuen Schlüssel zur Aufteilung der Kommunalsteuer ausarbeiten und in den Gemeinderäten beschließen. Räumlich sollen drei weitere interkommunale Betriebsgebietsflächen in Waidhofen an der Ybbs, Opponitz und Hollenstein an der Ybbs entstehen. „Wir achten dabei auf den Einklang von Ökonomie und Ökologie“, waren sich die Bürgermeister Werner Krammer (Waidhofen), Gerhard Lueger (Ybbsitz), Johann Lueger (Opponitz), Manuela Zebenholzer (Hollenstein) und Birgit Krifter (St. Georgen am Reith) einig.
Experten am Wort
Dass interkommunale Betriebsgebiete auch unter dem Aspekt der zunehmenden Bodenversiegelung wertvoll sind, unterstrichen die Experten. Stefanie Enengel von Knollconsult ging bei der Regionalkonferenz „Wirtschaftsstandort Ybbstal“ auf die ökologische Komponente von Wirtschaftsparks ein, Johannes Wischenbart von NÖ.Regional sprach zum Thema „Wirtschaft und öffentlicher Verkehr“. Ecoplus-Experte Andreas Kirisits präsentierte Unterstützungsleistungen durch die ecoplus und Raumplaner Herfrid Schedlmayer gab erste Einblicke in die vier Erweiterungsflächen.
Regionalkonferenz als Auftakt
„Die Regionalkonferenz war der Auftakt für vertiefende Gespräche in den Gemeinden. Wir könnten mit den neuen Standorten und dem neuen Modell unsere Kooperation im Ybbstal noch weiter vertiefen. Diese Chance möchten wir nutzen“, so Andreas Hanger. VP-Landesrätin Petra Bohuslav gratulierte zu diesem Weg: „Der Wirtschaftspark Ybbstal hat Vorzeigecharakter und verdeutlicht, was Gemeinden miteinander schaffen können. Ich freue mich, dass diese überaus erfolgreiche Kooperation in die nächste Runde geht.“
Der Wirtschaftspark Ybbstal in Zahlen
Erste Abstimmungen und Grundsatzbeschlüsse: Herbst 2009
Gründung der Wirtschaftspark Ybbstal GmbH: 2. Juli 2010
Interkommunales Betriebsgebiet in Haberlehen
Fläche: 55.006 Quadratmeter
Arbeitsplätze: 200 (zum Start: 20)
Beteiligte Gemeinden
• Waidhofen an der Ybbs (40%)
• Ybbsitz (40%)
• Opponitz (8%)
• Hollenstein an der Ybbs (8%)
• St. Georgen am Reith (4%)
Gemeinsame Projekte
• Rettung Skigebiet Königsberg
• Naturrasenplatz AFW der HTL in Waidhofen-Kreilhof
• Immobilienentwicklung ehemalige Bene-Bürgerhäuser in Waidhofen-Zell
• Rettung Skigebiet Forsteralm
• Gründung und Beteiligung an Ennstal-Ybbstal Infrastruktur GmbH
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