Vielleicht hat es eine Weile gedauert bis Sie bemerkt haben, dass Jehovas Zeugen nicht mehr an der Tür klingeln. Genau wie viele andere befinden sie sich seit April 2020 im Homeoffice. Was bedeutet das konkret? Familie Dröscher erzählt, was sich alles verändert hat.

Die Besuche von Tür zu Tür waren über die letzten Jahrzehnte ein Markenzeichen der Zeugen Jehovas. Zum Schutz der Gesundheit darauf zu verzichten war eine große Veränderung. Wie ging es euch damit? Martin Dröscher erzählt: „Anfangs war es für uns sehr komisch, plötzlich so isoliert zu sein. Die Gespräche über Gedanken aus der Bibel haben uns sehr gefehlt. Wir hatten immer mehr das Gefühl, dass gerade jetzt viele Menschen einen Grund brauchen, um positiv in die Zukunft zu blicken.“
Welche Alternative habt ihr für euch gefunden? „Ich habe früher schon gerne Briefe geschrieben und kreativ gestaltet. Etwas Handschriftliches und Persönliches zu bekommen ist immer schön. Die Pandemie war für mich eine Möglichkeit, mein altes Hobby aufleben zu lassen“, sagt Sabrina Dröscher. Martin ergänzt: „Ich war vor der Pandemie kein großer Briefeschreiber, aber ich habe es als neue Gelegenheit gesehen, Menschen eine Freude zu machen.“
Wie entscheidet ihr, wem ihr schreibt? „Wir haben uns Gedanken gemacht, wer in unserem Umfeld Aufmunterung gebrauchen könnte. Wir haben alten Schulfreunden geschrieben, Verwandten, Leuten, mit denen wir auch schon vor der Pandemie gerne über die Bibel gesprochen haben, aber auch Menschen, die ihre Kontaktdaten öffentlich im Telefonbuch zugänglich gemacht haben.“
Wie sind die Reaktionen? „Ähnlich wie vorher beim persönlichen Gespräch an den Türen. Viele melden sich nicht. Manche freuen sich über die tröstlichen Worte und schreiben uns, um sich zu bedanken und auszutauschen. Darüber freuen wir uns immer sehr.“
Habt ihr einen Hinweis für jemand, der keinen Brief bekommen möchte? „Wir verstehen das, deshalb sind in unseren Briefen immer Kontaktdaten angegeben. Eine kurze Rückmeldung genügt.“
Ob persönlich oder schriftlich, Jehovas Zeugen sprechen gern mit Menschen über ihre Hoffnung. Wenn auch Sie gerne einen Brief bekommen möchten, können Sie sich gerne an den Medienkontakt wenden!
Medienkontakt:
Sarah Hummelsberger & Nadine Katzensteiner
E-Mail: sarah.hum@gmx.at