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Tierparadies Schabenreith kümmert sich um viele kranke und verletzte Rehkitze

Susanne Winter, MA, 03.06.2021 14:12

STEINBACH AM ZIEHBERG. Das Team des Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg ist durchgehend im Einsatz: Alle paar Stunden treffen Rehkitze ein, denn das Tierheim ist auch eine Auffang- und Pflegestation für Wildtiere. Die Jungtiere sind blind, wenige Tage alt, krank oder durch landwirtschaftliche Mähmaschinen verletzt.

Das angemähte Rehkitz "Angelo" hat nur noch drei Beine. (Foto: Tierparadies Schabenreith / Hofner)
  1 / 6   Das angemähte Rehkitz "Angelo" hat nur noch drei Beine. (Foto: Tierparadies Schabenreith / Hofner)

Die Frühlingszeit ist für das Team des Tierparadies Schabenreith eine sehr stressige Zeit, denn sie bringt verletzte Wildtierkinder zu Hauf mit sich. Den Anfang machte ein wenige Tage altes Rehkitz mit Darmentzündung, das medizinisch intensiv betreut werden musste. Kurz darauf folgte ein blindes Rehkitz, dem beide Augäpfel fehlten, wobei die Verletzungen bereits einige Wochen alt waren. Vergangenen Sonntag traf ein Bockkitz mit inneren Blutungen und starken Schmerzen ein, das auf den Namen „Luigi“ getauft wurde. Das Sorgenkind nahm zunächst das Fläschchen nicht an, dabei ist die Aufnahme einer ausreichenden Menge Milch gerade bei jungen Tieren lebenswichtig.

Keine Kuhmilch für Wildtiere

Das Tierparadies weist dringend darauf hin, dass auf gar keinen Fall Kuhmilch gegeben werden darf, da dies zu Durchfall und Bauchkrämpfen bis zum Tod führen kann. Harald Hofner erklärt, was bei Fund eines verletzten oder kranken Wildtieres zu tun ist: „Bei der Versorgung verletzter Tiere sind oft Minuten entscheidend. Bitte kontaktieren sie sofort die örtliche Tierrettung oder bringen Sie das Tier zum Tierarzt.“

Rehkitz mit nur drei Beinen

Vor kurzem ereignete sich ein besonders herzzerreißender Notfall: Ein Rehkitz mit nur drei Beinen. Eine Mähmaschine hatte das rechte Hinterbein abgetrennt und auch die Wirbelsäule verletzt. Junge Kitze haben bis zur vierten Lebenswoche noch keinen Fluchtinstinkt, viele sterben jedes Jahr einen vermeidbaren Tod. Das Tierparadies appelliert dringend an alle Landwirte, vor dem Mähen die Felder nach Rehkitzen abzusuchen oder diese mittels Drohnen mit Wärmebild- bzw. Infrarotkameras aufzuspüren. Jäger und auch das Tierparadies Schabenreith helfen gerne.

Die Aufzucht von Rehkitzen erfordert Fachwissen und Durchhaltevermögen, denn alle zwei Stunden muss gefüttert werden. Schlafen ist für das Ehepaar Hofner-Foltin nun für längere Zeit ein Fremdwort geworden.


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