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Tiere, die Qualzüchtungen sind, landen vermehrt im Tierheim

Susanne Winter, MA, 17.10.2022 14:53

STEINBACH/ZIEHBERG. Katzen und Hunde, die Opfer von Qualzucht sind, landen vermehrt im Tierheim Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg. Dabei handelt es sich sehr oft um Tiere, die verwahrlost und krank gefunden wurden.

Qualzuchten, wie ein Schäferhund mit massiver Hüftdysplasie, sind unvermittelbar. (Foto: Tierparadies Schabenreith)
  1 / 5   Qualzuchten, wie ein Schäferhund mit massiver Hüftdysplasie, sind unvermittelbar. (Foto: Tierparadies Schabenreith)

„Man könnte meinen, Menschen die viel Geld für eine Rassekatze bezahlen, würden ihr Tier gut versorgen und pflegen, doch das ist nicht immer der Fall. Eine Perserkatze kam kürzlich komplett abgemagert und mit verklebtem Fell und Augen zu uns. Sie ist so stark überzüchtet, dass ihre deformierte Nase viel zu weit in den Schädel gedrückt und kaum sichtbar ist“, berichtet Tierheimleiterin Doris Hofner-Foltin.

Eine weitere Perserkatze in ebenfalls ungepflegtem Zustand mit tränenden Augen und voller Parasiten hat sich glücklicherweise gut erholt. Das fehlende Fell im Gesicht rund um die Augen ist nachgewachsen. Weitere Pflegefälle im Tierparadies Schabenreith sind unter anderem ein Schäferhund mit massiver Hüftdysplasie, ein Pekinese mit Atemnot und ein Nackthund, dem das fehlende Fell besonders im Winter zu schaffen macht.

Chronische Schmerzen und fehlende Lebensqualität

Die Zucht von Tieren mit genetischen Störungen ist mit chronischen Schmerzen und verminderter Lebensqualität verbunden. Die Liste an Qualzucht-Merkmalen ist lang: Zahnfehlstellungen bereiten Probleme bei der Nahrungsaufnahme, in den übermäßig angezüchteten Hautfalten sammeln sich leicht Bakterien, die zu Infektionen führen, hervorstehende Augen sind prädestiniert für Verletzungen und verengte Nasenlöcher, missgebildeter Kehlkopf und deformierte Luftröhre bereiten Schwierigkeiten beim Atmen, fehlendes Fell führt zu Unterkühlung und Sonnenbrand sowie Anfälligkeit für Hautprobleme. Das österreichische Tierschutzgesetz verbietet unter § 5 zwar die Zucht von Tieren, wenn sie mit „Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst“ für die Nachkommen einhergeht oder lebensbedrohlich ist, jedoch fehlt die Sanktionierung. Ein Hauptproblem ist auch die Definition von Leid.

Ende der Verzüchtung von Tieren gefordert

Doris Hofner-Foltin findet klare Worte zur Qualzucht: „Die Verzüchtung von Tieren zu degenerierten Krüppeln muss endlich ein Ende haben. Diese Tiere landen sehr oft in den ohnehin schon überfüllten Tierheimen und sind nicht mehr vermittelbar. Niemand möchte sich die Pflege eines Tieres antun, das chronisch gesundheitliche Probleme hat und Kosten verursacht. Aus Gründen des Tierschutzes muss ein Umdenken aller an der Heimtierzucht Beteiligten stattfinden.“


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Helena M.
Helena M.
20.04.2023 10:56

Fake-News: Haarlose Peruanische und Mexikanische Hunde!

Ich ärgere mich sehr über die bewusste Verbreitung von Fake-News bezüglich der Peruanischen und Mexikanischen Haarlosen Hunde - Peruvian Inca Dog und Xolo! Diese Rassen gehören zu den wenigen anerkannten ÄLTESTEN RASSEN DER WELT zusammen mit japanischen und nordischen Rassen. Sie haben über 3.000 Jahre überlebt und gehören genetisch betrachtet zu den GESÜNDESTEN HUNDERASSEN überhaupt. In Peru wurden die Perros Peruanos Sin Pello zum "Nationalen Denkmal" erklärt und stehen unter staatlichem Schutz. Es gibt Hundefriedhöfe der Mayas und Incas, die Tausende von Jahren alt sind, und darauf hinweisen, dass diese Hunde wie Familienmitglieder behandelt und beerdigt wurden. Die Regierung dieser Länder hat daher diese Rasse(n) als ihr wichtigstes Kulturgut erkannt. Sie haben keine Parasiten, sie haben keine gesundheitlichen Probleme, sie überleben sogar ohne Pflege auf den Straßen (was natürlich nicht sein sollte)... Was sie manchmal haben, sind seitlich fehlende Zähne (bei ansonsten vollständigen Gebiss) und sie haben keine oder kaum Behaarung. Das liegt an einer natürlichen Genmutation. Wie übrigens bei uns Menschen auch. Und auch wir haben nicht immer ein vollständiges Gebiss. Ist es ein Grund, von "Qualzüchtung" zu sprechen und alles über einen Kamm zu scheren? Kümmern Sie sich, liebe Tierfreunde, verstärkt um Qualen der Deutsche Schäferhunde, oder um die zu großen Doggen, oder um die riesigen Mastschweine, die nicht von alleine gehen können, oder um die Massenhaltungen von Milchkühen, deren Euter am Boden schleifen. DAS (und vieles mehr) sind echte QUALZÜCHTUNGEN, die Ihre Kampagnien brauchen! Bitte, informieren Sie sich, liebe Redakteure, Journalisten und Tierfreunde, worüber Sie schreiben und worüber Sie Hetzkampagnen veranstalten im Voraus! Es ist wirklich nicht mehr auszuhalten, wie viele Falschinformationen verbreitet werden! Die sogenannten "Nackthunde" sind unglaublich spannende Rassen, die echter Artikel mit entsprechenden historischen Informationen bedürfen. Dass sie übrigens in Peru und Mexiko auf den Straßen zum Teil vegetieren, ist übrigens den "Gutmenschen" Spaniern, die diese Völker dazu zwangen, ihre geliebten Hunde auf die Straße zu werfen, weil diese Kolonialherren (Kolonialdamen) meinten, diese Hunde kommen aus der Hölle! Soviel zu der Besserwisserei von Uninformierten und ihrem Segen für Mensch und Tier.