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Gasexplosion nach Tiefenbohrung in Ansfelden: eine Person verletzt, 65 Gebäude evakuiert (Update 28.6., 11.40 Uhr)

Online Redaktion, 28.06.2023 06:41

ANSFELDEN. Bei einer Tiefenbohrung im Siedlungsgebiet Freindorf in Ansfelden kam es Dienstagabend zu einer großen Explosion in einem Haus, eine Person wurde verletzt. Da weiterhin Gas austritt, sind die umliegenden Gebäude evakuiert worden. Rund 150 Personen sind davon betroffen.

 (Foto: Team Fotokerschi.at/Kerschbaummayr)
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Wie die Polizei berichtet sei bei der Bohrung zunächst Wasser und dann auch Gas ausgetreten. Die Feuerwehr wurde alarmiert. Als die Einsatzkräfte gerade das Wasser abpumpten, kam es am Nachbargrundstück in einem Haus zu einer Explosion. Eine Person wurde dabei unbestimmten Grades verletzt, sie befindet sich aber nicht in Lebensgefahr. Die Feuerwehren versuchten den Brand des Gebäudes sowie die in Brand geratene Wiese hinter dem explodierten Haus zu löschen. Zugleich wurde im Umfeld der Bohrung ein großflächiger Gasaustritt festgestellt, weshalb seitens der Behörde die Evakuierung der Siedlung angeordnet und von der Polizei und dem Roten Kreuz durchgeführt wurde. Betroffen sind davon etwa 65 Häuser.

Die evakuierten Personen wurden vorläufig im Rathaus in Ansfelden untergebracht. Derzeit wird geprüft, wie das Bohrloch technisch verschlossen werden kann. Dazu wurde ein Team von der OMV angefordert. Die evakuierten Personen können erst in ihre Häuser zurückkehren, nachdem das Bohrloch verschlossen und damit der Gausaustritt gestoppt wurde.

Update 28.6., 11.40 Uhr

Bezirkshauptmann Manfred Hageneder, Bürgermeister Christian Partoll, Bezirksfeuerwehrkommandant Helmut Födermayr, Bezirkspolizeikommandant Manfred Rauch sowie Geologe Christoph Kolmer, Sachverständiger des Landes, gaben bei einem Pressegespräch am Mittwoch, 28. Juni, weitere Details bekannt:

So sind seit den Nachtstunden Experten der OMV und weiterer Unternehmen im Einsatz, technische Möglichkeiten zu suchen, das Bohrloch mit aller Sorgfalt zu stabilisieren bzw. zu verschließen. „Es steht natürlich die Sicherheit im Vordergrund. Bevor die Menschen wieder in ihre Häuser zurückkönnen, muss sichergestellt werden, dass sich auch in den Kellern oder Lichtschächten kein Gas mehr befindet“, so der Bezirkshauptmann. Von den rund 150 evakuierten Personen verbrachten 102 Personen die Nacht im Stadtamt, wo sie von den Mitarbeitern versorgt und immer wieder über den aktuellen Stand informiert wurden. Auch ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes steht zur Verfügung. Die Rettungsorganisation war zu Spitzenzeiten mit 64 Helfern vor Ort aktiv und half bei der notwendigen Evakuierung. Diese sei laut Hageneder vorbildlich und friktionsfrei verlaufen.

Explosion nicht vorherzusehen

Zunächst war es bei einer Tiefenbohrung für den Betrieb einer Wärmepumpe in rund 90 Metern Tiefe zu starkem Wasseraustritt von rund 1.000 Litern pro Minute gekommen. Die alarmierte Freiwillige Feuerwehr Freindorf hat das Wasser ins Freie gepumpt und den Landesgeogogen informiert. Als sich auch schon Bezirksfeuerwehrkommandant Helmut Födermayr und Ansfeldens Bürgermeister Christian Partoll vor Ort zu Beratungen des weiteren Vorgehens befanden, kam es gegen 21 Uhr in einem Nebengebäude - in einem anderen Straßenzug, schräg hinter der Bohrstelle - zu einer Explosion. Obwohl Messungen im Umfeld der ursprünglichen Bohrung keine gefährdende Gaskonzentration festgestellt wurde. Eine Frau informierte die Einsatzkräfte, dass sich ein Mann bzw. zwei Hunde noch im Haus befänden. „Es war alles sofort in Vollbrand. Zum Glück konnte der Lebensgefährte rasch im nächsten Zimmer gefunden werden und dem Notarzt mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung übergeben werden“, so Födermayr.

Die ganze Nacht über mussten von den 13 Feuerwehren und rund 130 Kameraden weitere Löschmaßnahmen durchgeführt werden. Die Entwicklung der Gaskonzentration in den evakuierten Gebäuden wird stündlich evaluiert. „Gasfreie Zonen sind wichtig, um unsere benzinbetriebenen Geräte einsetzen zu können“, so der Bezirksfeuerwehrkommandant weiter, der betont, dass die Sicherheit der Einsatzkräfte so wie der Bewohner im Vordergrund stehe.

Rückkehr noch unklar

Wann die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren können, ist vorher noch nicht klar. „Die Problematik ist, dass auch neben der Verrohrung im Untergrund noch Gas austreten kann, nicht nur im Bohrloch selbst“, so Geologe Chrisoph Kolmer, der ebenfalls angibt, dass das Auftreten von Erdgas jedenfalls nicht erwartbar war. Die Verantwortlichen sprachen jedenfalls von einem „kleinen Wunder“, dass es nicht zu mehreren Verletzten gekommen sei, auch wenn der Sachschaden natürlich verheerend ist. „Die Schnelligkeit sowie die Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen ist etwas ganz Besonderes“, dankt Bürgermeister Partoll allen Beteiligten. Das Landeskriminalamt ist bereits dabei, die Ursache für den Vorfall zu ermitteln.


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