LINZ. Seit Montagfrüh steht die erste Voest-Bypassbrücke zur Verfügung und ist auch für Radfahrer wieder eine zusätzliche Möglichkeit zur Donauquerung. Doch gefährliche Engstellen und Umwege sorgen bei den Radlern für Kopfschütteln beim Start.

Während der Radweg über die Bypassbrücke zweifellos eine Verbesserung bedeutet, ist bei den Anschlüssen und Rampen noch viel Luft nach oben. Das haben die ersten Befahrungen heute ergeben. So müssen die Radler auf der Urfahraner Seite bei der Auf- und Abfahrt auf den Radweg eine gefährliche 180-Grad-Kurve bewältigen, bei der zudem noch Absturzgefahr herrscht.
Umwege auf Urfahraner Seite
„Gerade, wenn viel Fuß- und Radverkehr herrscht, lässt sich diese Stelle kaum befahren, schon gar nicht mit größeren Gefährten wie einem Lastenrad. Besonders unverständlich ist die Ausführung der Auffahrt insofern, da genügend Platz für eine bessere Lösung gewesen wäre“, ist Klaus Grininger, Mobilititätssprecher der Linzer Grünen überzeugt. Wenig optimal sind zudem auch die Anbindungen an den neuen Radweg auf der Urfahraner Seite. So müssen alle, die Richtung Urfahr unterwegs sind und am Ende der Brücke in westliche Richtung wollen, einen Umweg in Kauf nehmen, ehe sie in die gewünschte Richtung weiterfahren können.
Radlobby fordert rasche Korrektur
Die Radlobby OÖ kritisierte am Montag diese kapitale Planungsfehler mit eingebauter Absturzgefahr scharf als inakzeptable Gefährdung. „Ein Lokalaugenschein hat ergeben, dass der benötigte Platz für sicheren Radverkehr natürlich schon vorhanden ist, wenn man ihn finden will. Wir fordern an dieser Stelle umgehend eine Verbreiterung des Dammkronenweges bis zum Brückenpfeiler. Es muss eine halbwegs akzeptable und ungefährliche Abfahrtsmöglichkeit bzw. eine Rampenausfahrt in Richtung Urfahr Zentrum geschaffen werden“, heißt es in einer Aussendung.
Markus Hein: „Kritik unverständlich“
Für den Linzer Infrastruktur-Referenten Markus Hein ist die gewählte Ausbildung des Radweges natürlich kein „Fauxpas oder Lapsus“, sondern das Ergebnis mehrerer fachlicher Abstimmungen, in denen das Land, die Stadt und auch die Fahrradbeauftragten eingebunden waren. „Diese Lösung ist vor allem den sehr beengten Platzverhältnissen an dieser Stelle geschuldet“, so Hein.
„Durch die Bypassbrücken ging schlicht sehr viel Platz verloren, die Kleingartensiedlung ist unmittelbar nebenan und diverse Höhenverhältnisse sind auch noch zu beachten. Wichtig ist jedenfalls zu sagen, dass dieser Radweg am Damm ausschließlich der Bedienung der Voestbrücke dient (sozusagen die Auf- und Abfahrten). Die Hauptradroute Passau – Wien läuft ungestört unten am Dammfuß. Der von der Radlobby kritisierte Anschluss ist jedenfalls verkehrlich besser geeignet, als eine Ausführung als T-Anschluss.
Bei einem Direktanschluss und der steilen Neigung wären sicherheitstechnische Probleme früher oder später auf alle Fälle aufgetreten. Im Selbstversuch habe ich mich persönlich davon überzeugt, dass der neue Radweg zur und von der Brücke tadellos funktioniert und auch sicher ist. Insgesamt ist der Radweg entlang der Bypassbrücke sehr komfortabel ausgeführt, was mir auch die Radfahrer im Gespräch vor Ort so bestätigt haben“, so Hein abschließend.
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