Donnerstag 3. April 2025
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BEZIRK VÖCKLABRUCK. Der weltweite Anstieg von Cybercrime-Fällen hat auch vor Österreich nicht Halt gemacht. Die dabei verwendeten Angriffsszenarien werden technisch immer raffinierter und ausgefeilter. Beim Cybercrime, also Straftaten, die im oder durch das Internet begangen werden können, geht es häufig darum, jemanden zu täuschen und dadurch an seinem Vermögen zu schädigen, also die klassische Betrugsmasche. 

 (Foto: wichayada - stock.adobe.com)
(Foto: wichayada - stock.adobe.com)

„Generell sollte man misstrauisch sein, nicht vorschnell handeln, recherchieren, ob es ähnliche Vorfälle gibt und zu keiner Zeit persönliche Daten an Unbekannte weitergeben“, rät das Bezirkspolizeikommando Vöcklabruck. Nicht jeder Betrugsvorgang sei auf den ersten Blick erkennbar. Gesunde Skepsis und das Wahrnehmen der nachstehenden Anzeichen helfe aber beim Erkennen betrügerischer Absichten

Warnzeichen

Generell gilt es, skeptisch zu sein, wenn man aufgerufen wird, etwas schnell zu tun. „Man soll sofort klicken oder etwas durchführen und vor allem eins nicht tun - zu lange zögern“, erklärt die Polizei gängige Betrugsmaschen. Deshalb raten die Experten, bei verdächtigen Mails nie auf Links klicken zu klicken. Dies könnte dazu führen, dass auf dem Rechner betrügerische Software installiert wird, ohne dass man es bemerkt. Die Warnglocken sollten auch läuten, wenn man etwas bezahlen soll, um einen Preis zu gewinnen oder bei unrealistischen Angeboten, etwa beim Versprechen eines Homeoffice-Jobs, bei dem man angeblich bis zu mehrere tausend Euro am Tag verdienen kann. „Wird eine Ware in allen herkömmlichen Shops zu einem bestimmten Preis angeboten und ein anderer Shop liegt unrealistisch weit darunter, sollte man die Finger davon lassen“, raten die Experten.

Persönliche Daten nie verraten

Vorsicht ist auch geboten, wenn viele persönliche Fragen gestellt werden, beispielsweise zu Gesundheit, Passwörtern, Bankverbindungen oder Schulden. Diese Informationen sollte man keinesfalls weitergeben. „Behördliche Institutionen, wie etwa die Polizei, fordern Sie zu keiner Zeit auf, Ihre Wertsachen, Geld oder Schmuck zur sicheren Verwahrung an dritte Personen zu übergeben“, warnt die Polizei vor einem weiteren, derzeit beliebten Betrugsversuch.

Warnzeichen sind unter anderem, dass Betrüger, die per Mail oder Textnachrichten Kontakt aufnehmen, häufig grammatikalische Fehler machen und in den Mail-Adressen des Absenders seltsame Buchstaben- oder Zahlenkombinationen auftauchen.

Beliebte Telefon-Betrugsmaschen

Erst vor wenigen Tagen entstand etwa einer Welserin ein Schaden im sechsstelligen Eurobereich. Die Frau war von einem Betrüger, der sich als Polizist ausgab, angerufen worden. Er hatte sie dazu aufgefordert, ihre gesamten Wertsachen und ihr Erspartes in einen blickdichten Sack zu packen und vor die Tür zu stellen. Als Grund gab er, dass in ihrer Nachbarschaft eine Person geknebelt, die Täter bewaffnet und ein Polizist verletzt worden seien.

Die Aussicht auf große Gewinne mit Kryptowährungen verleitete eine Linzerin dazu, Geldbeträge in sechsstelliger Höhe zu überweisen. Ein ihr unbekannter Mann hatte sie zuvor über einen Messenger kontaktiert, sich als Geschäftsmann aus England ausgegeben und wochenlang ein Vertrauensverhältnis zu ihr aufgebaut.

„Mama, ich habe eine neue Nummer“ - so oder so ähnlich beginnt ein anderer Trick, der leider ebenfalls oft erfolgreich ist. Das angebliche Kind oder Enkerl schreibt eine WhatsApp-Nachricht von einer fremden Nummer und erklärt, dass es ein neues Handy hätte, weil das alte kaputt sei. Nach ein paar kurzen Nachrichten folgt dann relativ rasch die Bitte, eine Überweisung für das Kind zu tätigen. Begründung: Die Online-Überweisung wäre auf dem neuen Handy noch nicht möglich. Bei diesem Betrug fällt vor allem auf: Die Rechtschreibung in den Nachrichten ist meist fehlerfrei.

Ganz neu ist ein Trick mit Brennholz: Cyberkriminelle auf Facebook, Instagram und Whatsapp locken ihre Opfer mit günstigem Brennholz. Die Bezahlung erfolgt im Voraus, das versprochene Heizmaterial kommt aber nie an.

Übrigens: Internetbetrug betrifft nicht nur alte oder unerfahrene Menschen. Durch eine kurze Unachtsamkeit kann auch der erfahrene Web-Nutzer ein Betrugsopfer werden.

Weitere Informationen gibt es direkt bei der Kriminalprävention unter Tel. 059133 4160.

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