LONDON. Ein neues Semester zu starten ist immer eine besondere Herausforderung. Was aber, wenn man an einer neuen Uni ist - mit neuen Studienkollegen - neuen Tutoren – in einer anderen Sprache – in einem fremden Land? Jugendredakteurin Lisa Stallinger hat den Sprung gewagt und berichtet alle zwei Wochen von ihren Erlebnissen.

Die Nervosität war groß. So sehr ich den Sommer am Attersee, meine Zeit in Linz und die Ausflüge zu Freunden nach Wien genossen habe, die Anspannung vor dem großen ungewissen England war doch eine ganz besondere Gefühlsmischung.
Der mittelgroße Abschied
Das Verabschieden von Freunde und Familie war unwirklich. Flug war gebucht, Koffer gepackt – doch trotz allem konnte ich es nicht wirklich begreifen. „Ich bin eh bald wieder da!“ war der Satz mit dem ich sowohl Oma als auch Freunde, aber gleichermaßen wohl auch mich selbst beruhigte.
Mama Stallinger ist es schon gewohnt mich zu verabschieden. Geübt drückt sie mich und ich gehe durch den Sicherheitscheck am Blue Danube Airport. Was die anderen Leute wohl in London machen? Businessreisende, Studierende und Urlauber gehen an Bord. Zwei Stunden später die Landung in London.
Aller Anfang ...
Mein Zimmer habe ich vorab gemietet. Der Sympathiecheck mit den Mitbewohnern wurde über Skype absolviert. Die Anreise zu meinem neuen Heim habe ich akribisch recherchiert, damit nichts schief gehen kann - solange ich ohne mobile Daten unterwegs bin. Nachdem die Koffer ausgeräumt sind, das Wlan aktiviert ist und zu Hause alle wissen, dass ich eh gut in London angekommen bin, mach ich mich fertig um einen Snack für den Abend zu kaufen.
Beim ersten Fußgängerübergang merke ich erst wie viele Autos auf der Straße sind. Kein Ende in Sicht. Es ist wohl gerade Hauptverkehrszeit. Blickkontakt mit dem Fahrer, ich versuche die Straße zu überqueren, doch dann: der Fahrer steigt aufs Gas, hupt und ich springe in letzter Sekunde zurück. Auch der zweite Versuch missglückt. Ich verstehe die Welt nicht mehr und die Frage drängt sich auf: Wie soll ich bloß ein Jahr hier (über)leben, wenn ich schon beim überqueren der Straße direkt vor meinem Haus scheitere?!
Ich werde es morgen einfach wieder versuchen.
Tagesaktuelle Geschehnisse aus London auf Instagram @lisaschneeweiss oder meine Arbeiten auf www.lisastallinger.at
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