Erster Braunauer Klimarat: Bürger erarbeiten Ideen für klimafitte Stadt
BRAUNAU. Wie kann Braunau klimafit werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des ersten Braunauer Klimarates im Schloss Ranshofen. Acht zufällig ausgewählte Bürger beschäftigten sich dabei intensiv mit Themen wie Mobilität, Energieeinsparung, Müllvermeidung, Ernährung und erneuerbaren Energien. Ihre erarbeiteten Vorschläge sollen nun als Grundlage für die „Klimastrategie Braunau 2040“ dienen.

Die Stadtgemeinde Braunau ist Pionier-Kleinstadt im Rahmen der österreichweiten Mission „Klimaneutrale Stadt“. Dabei möchte man mit gutem Beispiel vorangehen und als eine der ersten Städte in Oberösterreich im Laufe des Jahres eine kommunale Klimastrategie mit klaren Handlungsoptionen entwickeln.
Modell der Bürgerbeteiligung
Wichtiger Teil des Prozesses ist die Miteinbeziehung der Bevölkerung – im ersten Braunauer Klimarat brachten acht zufällig ausgewählte Bürger ihre Vorschläge ein. Die Hintergründe waren divers, von 17 bis 78 Jahren, von Schülern und Studierenden bis zu Angestellten, Unternehmern und Pensionisten war alles dabei.
Das sei besonders wichtig, denn „kommunaler Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Unsere Bürger sind Experten ihres Alltags – sie haben unterschiedliche Sichtweisen und oft neue und kreative Lösungsansätze. Es ist uns deshalb bei der Erarbeitung der Klimastrategie für die Stadt Braunau besonders wichtig, die Anliegen und Bedürfnisse der Bevölkerung miteinzubeziehen und zu berücksichtigen“, erklärt Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher (ÖVP).
Kernpunkte der Ergebnisse
Die Diskussionen im Klimarat konzentrierten sich auf sieben zentrale Themenbereiche, in denen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit erarbeitet wurden.
Kommunikation und Bewusstseinsbildung: Diesen Punkt betreffend kam man zum Entschluss, mehr Informationen über nachhaltige Projekte und Erfolge in Braunau, beispielsweise durch ein jährliches Klimaupdate oder ein Klimafest nach außen zu bringen oder etwa auch die Schulen aktiv miteinzugliedern.
Gesunde Mobilität: Hier fokussierte der Rat sich vor allem auf die Förderung des Radverkehrs, großes Thema war auch die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt und Verbesserung der Sicherheit auf Schulwegen.
Energieeinsparung und Ressourcenschonung: In dieser Diskussion wurden etwa die stärkere Nutzung von Regenwasser, energetische Sanierung bestehender Gebäude und verstärkter Einsatz von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Flächen thematisiert.
Mülltrennung und Müllvermeidung: Verbesserte Trennsysteme im öffentlichen Raum und in Wohnanlagen sowie Informationskampagnen zur Sensibilisierung stehen auf der Agenda.
Erneuerbare Energien: Förderung von Bürgerbeteiligungsprojekten für Photovoltaik und Nutzung ungenutzter Dachflächen für erneuerbare Energiegewinnung standen diesen Aspekt betreffend ganz oben auf der Wunschliste des Rates.
Regionale Lebensmittel und nachhaltiger Konsum: Unterstützung lokaler Märkte, Förderung bewussten Fleischkonsums und Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung waren hier die zentralen Ideen des Klimarates.
Bürgerideen ernst nehmen: Der letzte Punkt betraf die Einführung eines strukturierten Ideenmanagements, um Vorschläge aus der Bevölkerung gezielt zu bewerten und umzusetzen.
Bürgermeister Waidbacher sieht enormes Potenzial im ersten Klimarat: „Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Teilnehmenden des Klimarates für ihr Engagement und ihre vielen guten eingebrachten Ideen und freue mich nun darauf, dass wir in den Umsetzungsworkshops konkrete Maßnahmen ausarbeiten und damit gemeinsam die Stadt Braunau klimafit machen“. „Schau ma moi, hoffentlich wird etwas aufgegriffen“ und „Interessant, dass wir alle ungefähr in die gleiche Richtung denken“ waren abschließende Reaktionen aus der Gruppe.
Nächste Schritte
Es sei zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, zu sagen, auf welche Themen/Maßnahmen ein Schwerpunkt gelegt wird, heißt es seitens der Stadt. Zu Beginn ging es jetzt erstmals darum, viele Ideen zu sammeln. In einem nächsten Schritt werden nun Umsetzungsworkshops abgehalten, in denen die bereits gesammelten Ideen nach ihrer Machbarkeit und Wirksamkeit bewertet werden. So sollen von der großen Ideensammlung Maßnahmen priorisiert werden, die dann in die Klimastrategie mitaufgenommen und umgesetzt werden sollen.
Fokus auf drei Themenbereiche
„Die drei übergeordneten Themen, mit denen wir uns in den Umsetzungsworkshops beschäftigen, sind: Beschaffung, Ernährung und Bewusstseinsbildung; Bodenschutz und Klimawandelanpassung; Energie und Gebäude. Das Thema Mobilität ist natürlich ebenfalls sehr wichtig und wird berücksichtigt – es gibt nur keinen eigenen Umsetzungsworkshop dazu, weil die Stadtgemeinde Braunau im Jahr 2023 bereits ein aktuelles Mobilitätskonzept mit vielen Maßnahmen erarbeitet hat, welche jetzt Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen“, heißt es aus dem Braunauer Stadtamt.
Im Herbst 2025 sollen dann die ausgewählten Maßnahmen in einem Maßnahmencafé im Detail ausgearbeitet werden.
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