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Bundesweit Hassverbrechen an queeren Menschen: HOSI Linz bietet Hilfe

Melissa Untersmayr, 24.03.2025 10:40

LINZ. Ein Netzwerk junger, militanter Rechtsextremer soll schwule Männer zu vermeintlichen Dates gelockt und dann gequält, beraubt und erniedrigt haben. Am 21. März wurde dies im Rahmen einer bundesweiten Polizeiaktion öffentlich. Die HOSI (Homosexuelle Initiative) Linz ermutigt Betroffene, sich zu melden und bietet Unterstützung an: „Unsere Türen stehen offen. Niemand muss mit diesem Schmerz alleine bleiben“, so Sprecher Michael Müller.

Symbolbild (Foto: stock.adobe.com/nito)
Symbolbild (Foto: stock.adobe.com/nito)

Bundesweite Razzien deckten am Freitag, 21. März, systematische Hassverbrechen gegen queere Menschen auf. Eine junge, rechtsextreme Tätergruppe soll schwule Männer attackiert, verletzt, gedemütigt und gefilmt haben. Unter dem Deckmantel angeblicher Selbstjustiz gegen Pädophile wurden schwerste Straftaten begangen, die sich gegen die sexuelle Orientierung der Opfer richteten.

Bislang sind österreichweit 17 Fälle bekannt. Die Polizei geht jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus und bittet Opfer darum, sich zu melden. Auch die HOSI (Homosexuelle Initiative) Linz betont: „Es braucht jetzt Mut – sowohl von weiteren Betroffenen, sich zu melden, als auch von der Gesellschaft, diese Gewalt nicht zu relativieren. Hassverbrechen gegen LGBTIQ*-Menschen sind keine Randphänomene“, so Sprecher der Initiative Michael Müller.

HOSI unterstützt Opfer von Hasskriminalität

Von Seiten der HOSI Linz gibt es Hilfe für Betroffene: Beratungen sowie Begleitangebote sind vertraulich und kostenlos. „Unsere Türen stehen offen. Niemand muss mit diesem Schmerz allein bleiben“, so Müller. Die Initiative fordert von der Politik, entschlossener gegen Queerfeindlichkeit vorzugehen – „mit Ressourcen, mit Bildung, mit klarer Haltung“.

Kontakt zur HOSI Linz: Per Mail an beratung@hosilinz.at bzw. über die Website www.hosilinz.at

Organisierte Verbrechen gegen queere Personen

Laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Graz und der Polizei handelt es sich um schwerste Fälle von Hasskriminalität mit organisierter Struktur. Die Opfer wurden auf Social Media über Fake-Profile zu vermeintlich romantischen Treffen gelockt, dort überfallen, gefilmt und anschließend im Internet gedemütigt. In Bezug auf die Motivlage heißt es: die Verdächtigen hätten unter dem Decknamen „Pedo Hunter“ angebliche Pädokriminelle terrorisieren wollen. Bei der Polizei betont man jedoch, dass die mutmaßlichen Täter nicht Pädophile, sondern Homosexuelle ins Visier genommen haben.

„Diese Form der Gewalt ist nicht nur menschenverachtend, sondern auch Ausdruck einer besorgniserregenden Radikalisierung. Wer unter dem Vorwand, 'Pädophile' zu jagen, queere Menschen systematisch misshandelt, agiert aus tiefstem Hass – nicht aus Moral“, sagt Müller von der HOSI Linz dazu.


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