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"2021 war zweifellos ein Jahr der Extreme" - knapp 160 Millionen Euro Versicherungsleistungen für Unwetterschäden

Nora Heindl, 23.12.2021 14:13

OÖ. Die Vorstände der OÖ Versicherung ziehen trotz Corona-Pandemie und Rekord-Unwettern ein positives Resümee über das Versicherungsjahr 2021. Im Kerngeschäft, dem Schaden-Unfall-Bereich, legte die Oberösterreichische prämienseitig um 4,3 Prozent auf 472,3 Millionen Euro gegenüber 461,8 im Vorjahr zu. Die Schadenleistungen aus Unwettern haben sich hingegen heuer im Vergleich zum bisher größten Ereignis mehr als verdreifacht und belaufen sich auf über 160 Millionen Euro. 

Generaldirektor Othma Nagl und Vorstandsdirektorin Kathrin Kühtreiber-Leitner (Foto: Hermann Wakolbinger)
Generaldirektor Othma Nagl und Vorstandsdirektorin Kathrin Kühtreiber-Leitner (Foto: Hermann Wakolbinger)

Blieb der Prämienzuwachs im Vorjahr noch hinter den Planungen und Erwartungen zurück, trugen neben ansprechenden Vertriebserfolgen 2021 nicht zuletzt auch die pandemiebedingt anziehenden Indices zum Prämienwachstum bei. „Anders als im Vorjahr haben die zwischenzeitlichen Lockdowns keine deutlichen Spuren, etwa in der Schadenstatistik hinterlassen“, so Generaldirektor Othmar Nagl.

Knapp 160 Mio. Euro Versicherungsleistungen für Unwetterschäden

Ganz anders hingegen die Situation im Bereich der Extremwetterereignisse: „Die konzentrierten Unwetter im Sommer, vor allem die massiven Hagelschläge Ende Juni werden unser Haus noch länger beschäftigen“, resümiert Nagl: „Rund 16.500 Schäden sind bereits in Bearbeitung. Immer noch kommen täglich neue dazu. Die Versicherungsleistungen betragen bereits mehr als 143 Millionen Euro. Auffällig ist dabei die hohe Anzahl an Kaskoschäden. Rund 4.400 Schadensfälle mit einer Summe von rund 18 Millionen. Euro wurden allein in der Kasko-Sparte gemeldet. Insgesamt konnte knapp die Hälfte der gemeldeten Schadensfälle bereits erledigt werden.“

Dazu kamen noch die Ausläufer der deutschen Hochwasserkatastrophe sowie weitere Sommerunwetter. Die Schadenlast aus Naturkatastrophen ist damit auf über 160 Millionen Euro angeschwollen. Das bedeutet eine mehr als Verdreifachung zum bisher teuersten Schadenereignis – Hagel „Wolfgang“ im Jahr 2009, der Schäden in Höhe von rund 50 Millionen Euro verursacht hat.

Combined Ratio noch zufriedenstellend

Insgesamt ist das Versicherungsjahr 2021 mit einer Combined Ratio ― die Summe aus Schäden und Kosten in Relation zum Prämienaufkommen ― von 94,4 Prozent nach 84,4 Prozent im Vorjahr angesichts der hohen Versicherungsleistungen durch die vielen Unwetterschäden versicherungstechnisch immer noch zufriedenstellend.

Die solide Versicherungstechnik und das gleichzeitig erzielte Prämienwachstum in der Schaden-Unfallversicherung bringt für die Oberösterreichische Versicherung unter dem Strich ein voraussichtliches Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 35,6 Millionen Euro verglichen mit 33,8 Millionen Euro im Jahr 2020.

Sachversicherung legt 2021 wieder deutlich zu

Die verrechneten Prämien legten in den Schaden-Unfall-Sparten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020 um 4,3 Prozent zu. Damit liegen die Zuwächse im zweiten Corona-Jahr wieder über dem Marktdurchschnitt (2,8 Prozent) und reihen sich in jene vorangegangener Jahre ein. Insgesamt nimmt die Oberösterreichische im Nicht-Leben-Bereich 2021 voraussichtlich Prämien in Höhe von etwas mehr als 370 Mio. Euro ein.

„Mit einem Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist die Kfz-Kasko einmal mehr der unangefochtene Wachstumstreiber der Schaden-Unfall-Versicherung“, berichtet Vorstandsdirektorin Kathrin Kühtreiber-Leitner. Ein Zuwachs von 4,6 Prozent in der Kfz-Haftpflichtversicherung komplettiert das neuerlich sehr erfreuliche Ergebnis in den Kfz-Sparten.

Digitale Kommunikation: „Gekommen, um zu bleiben“

Besonders hilfreich für das Neugeschäft hat sich auch im zweiten Corona-Jahr die Antragsstellung per E-Mail erwiesen. Wurden in einem normalen Vertriebsjahr knapp 700 Anträge pro Monat per E-Mail eingebracht, hat sich diese Zahl im Vorjahr verdoppelt. „2021 hat sich dieser Trend weiter verstärkt. So haben uns heuer in starken Monaten rund 2.000 solcher E-Mail-Anträge erreicht. Der E-Mail-Antrag ist definitiv gekommen, um zu bleiben“, fasst Vorstandsdirektorin Kühtreiber-Leitner zusammen.

Auch bei elektronischen Service-Angeboten wie dem Kundenportal oder der Keine Sorgen App geht der Boom weiter: Seit deren Einführung im Jänner 2020 checken bereits 10.500 Kunden ihre Versicherungsangelegenheiten auf ihrem Smartphone. Das entspricht einer Verdoppelung der User-Anzahl im heurigen Jahr. Zwölf Prozent der Versicherungsnehmer sind bereits im Kundenportal registriert.

Lebensversicherung weiter rückläufig

In der Lebensversicherung setzt sich der generelle Trend auch in diesem Jahr weiter fort: Die Prämien bleiben auch 2021 rückläufig, wenn auch in wesentlich geringerem Ausmaß als noch in den Vorjahren. Insgesamt gehen die laufenden Prämien im Jahresvergleich um 0,6 Prozent auf rund 102,2 Millionen Euro zurück. Verträge mit einmaligem Prämienerlag werden seit 2015 nicht mehr angeboten.

Ein Grund für den einigermaßen überschaubaren Abrieb in der Lebensversicherung ist der starke Zuwachs bei den Risikoversicherungen. So hat die reine Ablebensversicherung um 4,3 Prozent und die Begräbniskostenvorsorge sogar um mehr als 30 Prozent zulegen können. „In Zeiten niedriger Zinsen konzentrieren sich die Menschen darauf, ihre biometrischen Risiken abzusichern. Darauf werden wir auch im kommenden Jahr verstärkt setzten“, unterstreicht Generaldirektor Nagl. 2022 wird die Oberösterreichische Versicherung ein günstiges Einsteigerprodukt im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung auf den Markt bringen.

Regionalität als Trumpf in der Pandemie

„Handschlagqualität und kurze Entscheidungswege haben sich gerade in der Pandemie als unschlagbarer Wettbewerbsvorteil für uns als Regionalversicherer herausgestellt. Das war heuer besonders im Gewerbebereich spürbar“, unterstreicht Kühtreiber-Leitner: „Die Eigenständigkeit der Oberösterreichischen wurde auch in diesem Jahr weiter abgesichert. Diese Eigenständigkeit wird auch in Zukunft entscheidend sein. Nur so können wir auch weiterhin einen individuellen Risiko-Maßanzug für unsere Kunden erstellen, wenn die Standardlösung nicht passt und mit schnellen Entscheidungen am Markt punkten.“

Deutschland: Zurück zu den Wurzeln

Neuer Standort Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Vertriebskanälen sowie bestehenden und potenziellen Vertriebsstandorten wurde der Standort Hanau, an dem die Oberösterreichische seit 2007 präsent ist, geschlossen: „Wir werden hier zu unseren Wurzeln als ursprünglich bayerische Gründung zurückkehren und unsere Niederlassung von Hanau nach Regensburg verlegen“, so Vorstandsdirektorin Kühtreiber-Leitner. Über Maklerpartner werden in ganz Deutschland vor allem Nischenprodukte wie die Absicherung von Photovoltaikanlagen, Dauercampern oder neu auch für Tiny-Häusern angeboten.

Auszeichnungen für Produkt und Servicequalität

Die Oberösterreichische Versicherung ist erstmals Österreich-Sieger in der Kategorie „Schadensmanagement“. Das ergab eine Umfrage des Finanz-Marketing Verbandes Österreich (FMVÖ), der heuer zum bereits 15. Mal den „Recommender Award“ als Gradmesser für Kundenzufriedenheit in der Branche verliehen hat. Rund 8.000 Kunden heimischer Banken und Versicherungen wurden im ersten Quartal 2021 auch zu ihrer Beurteilung der Schadensbearbeitung befragt. Die Schadenbearbeitung der Oberösterreichischen wurde dabei in sehr hohem Ausmaß mit „sehr gut“ oder zumindest mit „gut“ beurteilt.

„Der Wert einer Versicherungsbeziehung zeigt sich eben im Schadensfall. Die Goldmedaille in der „Königsdisziplin des Versicherns“, der Schadenabwicklung, ist deshalb etwas Besonderes“, freut sich Generaldirektor Othmar Nagl über das sehr gute Abschneiden: „Diese Auszeichnung ist eine schöne Anerkennung für die engagierte Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch ein Ansporn noch besser zu werden.“

Neben weiteren Auszeichnungen, etwa als Top-Arbeitgeber oder familienfreundlichstes Unternehmen wurde auch die Produktqualität der Oberösterreichischen Versicherung prämiert: In einer Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Verbraucherstudien (ÖGVS) konnte sich die Oberösterreichische auch als bundesweit bester Haushaltsversicherer platzieren. Mehr als 2.000 Versicherungsnehmer wurden dazu befragt. Je ein Top 3-Platz in den Kategorien Kundenvertrauen, Kundenservice, Beratung und Schadenregulierung bedeuten unterm Strich Rang eins für Versicherungsqualität aus Oberösterreich.


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