Kreative und mutige Unternehmen mit Innovationspreis des Landes ausgezeichnet
OÖ/LINZ/BEZIRK. Zum 28. Mal wurde der OÖ Landespreis für Innovation vergeben, im Linzer Schlossmuseum fand die Preisverleihung statt. Der Preis wurde heuer in vier Kategorien vergeben, die Hauptpreisträger: Infineon Technologies Linz GmbH & Co KG, cortEXplore GmbH (Linz), die JKU Linz sowie die Fametec GmbH (Leonding). Auch Nominierungen für den Staatspreis für Innovation 2022 gewählt.

„Die vielen herausragenden Einreichungen im heurigen Jahr belegen erneut die enorme Innovationskraft der oberösterreichischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Das ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die Betriebe und den Standort OÖ: Denn nur wer auf Zukunftstechnologien setzt, bei Produkten und Dienstleistungen neue Wege geht und innovative Strategien verfolgt, kann erfolgreiche Weiterentwicklungen in Gang setzen“, so Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner im Rahmen der Verleihung.
In vier Kategorien wurden die Unternehmen für ihre Innovationen ausgezeichnet. Die Sieger erhalten einen vom Forschungs- und Wirtschaftsressort des Landes OÖ gestifteten Geldpreis (4.000 Euro pro Kategorie) sowie eine Statue.
Zukunft des Operationssaals
In der Kategorie Kleine und Mittlere Unternehmen holte sich die cortEXplore GmbH mit Sitz in Linz für das Projekt „Optisches Navigationssystem für neurochirurgische Eingriffe“ den Innovationspreis. Das Neuronavigationssystem ermöglicht es Chirurgen, Eingriffe am Gehirn präzise zu planen, zu simulieren und durchzuführen. Vor einer Operation können Eingriffe basierend auf 3D-Modellen geplant werden. Während der Operation wird mittels eines einzigartigen Multikamera-Verfahrens der Operationssaal mit einer Genauigkeit von 100 Micrometern überwacht. Eine weitere Besonderheit des Systems ist die Mixed-Reality-Technologie. Chirurgen können mittels holografischer Brillen die realen Patienten betrachten und virtuell überlagert deren innere anatomische Strukturen – in Echtzeit und in 3D – sehen.
Platz zwei in dieser Kategorie ging an die blockhealth GmbH (Linz) für das Projekt „Vivellio - Digitaler Gesundheitsassistent“, Platz drei an die Next Generation Elements GmbH in Feldkirchen an der Donau für „SynCycle - Unwasting Plastic“.
Unfälle vermeiden
In der Kategorie Großunternehmen holte sich die Infineon Technologies Linz GmbH & Co KG den ersten Platz, für das Projekt „Radarbasierte Fahrassistenzsysteme für alle Fahrzeugklassen“. Die Radartechnologie ist essenziell für die Sicherheit von Fahrzeugen und hilft durch die Wetter- und Lichtverhältnis-unabhängige Erfassung der Verkehrssituation, Unfälle aktiv zu vermeiden. Allerdings war dies bisher ein teures Zusatzfeature. Mit den Innovationen der neuesten Radargeneration von Infineon Linz wurden alle benötigten Hochfrequenzkomponenten in einem Chip zusammengeführt. Diese hohe Integration ermöglicht besonders kompakte, aber auch 70 % kostengünstigere und doppelt so leistungsfähige radarbasierte Assistenzsysteme.
Die Fametec GmbH (Leonding) wurde in dieser Kategorie für „Zero-Emisson Sapphire Produktion für die Mikroelektronikindustrie“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet, Platz drei geht an die Wintersteiger AG in Ried im Innkreis für das Luftentkeimungsgerät Cubusan.
CO2 zu Energieträgern umwandeln
In der Kategorie Forschungseinrichtungen siegte die Johannes Kepler Universität Linz für das Projekt: „Kohlenstoffdioxid (CO2) Umwandlung zu Energieträgern“. Forscher des „SchoefbergerLabs“ des Instituts für Organische Chemie der Johannes Kepler Universität (JKU Linz) haben ein neues Verfahren zur Aktivierung und Umwandlung von CO2 entwickelt. Auf Kobalt- und Mangankomplexen basierende Katalysatoren ermöglichen durch chemische Reaktionen eine effiziente Umwandlung von Kohlendioxid in Ameisensäure, Methanol, Ethanol und Essigsäure. Die entstandenen Alkohole kann man unter Verwendung bestehender Technologien in eine Reihe nützlicher Chemikalien umwandeln, wodurch ein effizienter Weg zur Nutzung von CO2 offensteht.
Jurypreis für „Radikale Innovation“
Auch ein Jurypreis wurde vergeben, dieser geht an den zweitplatzierten der Kategorie Großunternehmen, die Fametec GmbH. Beim Projekt „Zero-Emisson Sapphire Produktion für die Mikroelektronikindustrie“ wurde eine völlig neue Technologie für die wirtschaftliche und umweltfreundliche Herstellung von hochqualitativem Saphir-Einkristall-Material für die Chipherstellung (Wafer) entwickelt. Mit der Technologie können Saphir-Substrate für elektronische High-End-Anwendungen hergestellt werden. Auf diesen millimeterdünnen Grundplatten werden Mikro-LEDs für Displays aller Art aufgebaut, vom Fernseher bis zum Handy. Mikro-LEDs sind heller und energiesparender als herkömmliche, zudem sind die Displays dadurch kostensparender herzustellen.
„Wir können mit Zuversicht in die Zukunft schauen, allen Herausforderungen des letzten Jahres zum Trotz. Denn die heute ausgezeichneten Betriebe zeigen einmal mehr, wieviel Potenzial in Oberösterreichs Wirtschaft steckt. Mit solchen Innovationen bringen sie den gesamten Standort voran“, ist Stephan Kubinger, Vorsitzenden des Rats für Forschung und Technologie in Oberösterreich (RFT) und Obmann-Stellvertreter der sparte.industrie WKO Oberösterreich, sicher. Stefanie Christina Huber, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse OÖ: „Es braucht Menschen mit Visionen, die bereit sind, Neues zu wagen und auch Risiken einzugehen, um aus ihren Ideen Erfolge zu machen. Nur so kann Fortschritt entstehen und das unterstützen wir sehr gerne.“
Nominierungen für Staatspreis
Aus allen Einreichungen wurden drei Unternehmen für die Teilnahme am Staatspreis Innovation 2022 sowie je ein Unternehmen für die österreichweiten Sonderpreise „Verena“ (Energie-Innovationen von Unternehmen in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen) und „Econovius“ (innovative Kleinunternehmen) ausgewählt.
Für den Staatspreis nominiert wurden die Fametec GmbH, die cortEXplore GmbH und die Next Generation Elements GmbH. Für den Preis „Verena“ wurde die Dynell GmbH mit Sitz in Mistelbach bei Wels (Hocheffiziente modulare Bodenstromversorgung) nominiert, für den „Econovius“ die FerRobotics Compliant Robot Technology GmbH (JKU Linz) für „FerRobotics Active Taping Kit“.
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