Gerhard Edelsbacher: "Interessenvertretung funktioniert ohne Parteipolitik besser"
ROSENAU AM HENGSTPASS. Gerhard Edelsbacher aus Rosenau tritt bei der Wirtschaftskammerwahl als Spitzenkandidat in Oberösterreich von „WIR – Wirtschaftsnetzwerk für Interessenvertretung ohne Parteipolitik“ an.

Tips: Warum wurde erstmals in Oberösterreich eine überparteiliche Wählergruppe für die Wirtschaftskammerwahl gegründet?
Gerhard Edelsbacher: Im Wahlkampf 2015 habe ich viel positive Rückmeldung für mein Engagement bekommen, aber mehrfach auch die Kritik, dass Interessenvertretung besser ohne Parteipolitik funktioniert. Aus diesem Grund wurde WIR – Wirtschaftsnetzwerk gegründet: Für Wirtschaft – ohne Partei.
Tips: Wie viele Mitglieder hat die Gruppe?
Edelsbacher: WIR treten mit 30 Kandidaten in 11 Fachgruppen und 5 Sparten in Oberösterreich an und sind damit für über 25.000 Unternehmer wählbar.
Tips: Warum haben Sie sich bereit erklärt, Spitzenkandidat zu sein?
Edelsbacher: In meiner Dissertation habe ich mich ausführlich mit rechts-theoretischen Fragen zum Kammerrecht auseinandergesetzt. Als Delegierter zum Wirtschaftsparlament musste ich feststellen, dass Theorie und Praxis häufig weit auseinander liegen. Und ich habe die Vision, von einer Wirtschaftskammer, in der jeder Unternehmer gerne freiwillig Mitglied ist.
Tips: Was ist Ihr Nummer-eins-Thema für die Wahl?
Edelsbacher: Beiträge senken, Leistung steigern, Pflichtmitgliedschaft abschaffen!
Tips: Was sind die dringendsten Wünsche an die Regierung zur anlaufenden Steuerreform?
Edelsbacher: Im Nationalratswahlkampf waren alle Parteien einig: Die kalte Progression muss abgeschafft werden. Im Regierungsprogramm ist diesbezüglich wieder nur eine schwammige Formulierung. Ich wünsche mir von der neuen Regierung weniger Selbstdarstellung und Inszenierung und mehr Tun.
Tips: Wie lässt sich das Umwelt- und Klimabewusstsein mit dem Industriebundesland OÖ verbinden?
Edelsbacher: Wir verdanken unseren Wohlstand vorrangig der Industrie, die bereits in den letzten Jahrzehnten sehr viel in diesem Bereich investiert hat. Gerade bei diesem Thema ist deutlich erkennbar, wie wichtig es ist, das Einstimmigkeitsprinzip in der EU abzuschaffen, damit einzelne bei wichtigen Themen nicht blockieren können.
Tips: Ein Mindestlohn von 1.700 brutto für eine 40-Stunden-Woche ist...?
Edelsbacher: …denkbar und möglich. Zwei Themen in diesem Zusammenhang müssen aber vorher erledigt werden: Erstens, mehr Netto vom Brutto, runter mit den Lohnnebenkosten und zweitens, den Dschungel an Transferleistungen durchforsten und transparent machen.
Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden