Großteil der Gastronomen aus dem Bezirk setzt auf regionale Produkte
BEZIRK SCHÄRDING. Anlässlich des Weltmilchtages (1. Juni) statteten Schärdings Ortsbäuerinnen allen Wirten des Bezirks einen Besuch ab. Mit im Gepäck hatten sie regio- nal produzierte Kaffeemilch sowie die wichtige Bitte, in Zukunft ausschließlich auf regionale Produkte zu setzen.

Rund 90 Wirte gibt es im Bezirk Schärding. Diese bekamen in den vergangenen Tagen alle Besuch von Bäuerinnen. „Dies ist eine Aktion vom Bauernbund OÖ. Wir haben uns gerne angeschlossen und unsere Wirte besucht. Die Resonanz war durchwegs positiv“, berichtet Gabriele Bäck, Schärdings Bezirksbäuerin, laut der ein Großteil der Gastronomen auf Regionalität setzt. „Die Mehrheit setzt auf Regionalität. Das freut uns natürlich sehr. Aber es gibt auch welche, denen nicht Regionalität, sondern der Einkaufspreis wichtiger ist. Solche wirtschaftlichen Entscheidungen müssen wir akzeptieren“, meint Bäck.
Gastronomie wichtiger Wirtschaftsmotor
Dass der Großteil der Wirte aus dem Bezirk seine Einkäufe regional erledigt, ist laut Andorfs Ortsbäuerin Helga Pichler für die Bauern von großer Bedeutung. „Das Einkommen der Landwirte stagniert seit Jahren. Deswegen ist es für uns wichtig, dass die Gastronomen auf Regionalität setzen, sich solidarisch mit uns zeigen und beim Lieferanten ums Eck einkaufen“, meint Pichler. Für die Landwirte ist die Gastronomie eben ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor. „Je mehr auf Regionalität setzen, umso besser. Das Geld bleibt in der Region. Der Fortbestand der Höfe kann somit gesichert werden“, informiert Schärdings Bezirksbäuerin Bäck.
Einer jener Wirte, die auf Regionalität setzten, ist Johann Voglmayr vom Landhotel Gasthof Bauböck in Andorf. „Bei uns wird ausschließlich regional eingekauft. Verarbeitet werden nur Lebensmittel, die im Moment verfügbar sind“, berichtet Voglmayr, der weiters erzählt, dass regional einkaufen auch mit einigen Hürden verbunden ist. „Bei den großen Anbietern gibt es Kataloge und Homepages, wo die Bestellung mit wenigen Klicks erledigt ist. Ich muss fast immer mit meinen Lieferanten telefonieren, um zu wissen, was derzeit verfügbar ist. Ein Mehraufwand, den ich jedoch gerne in Kauf nehme. Gerade die Coronakrise hat uns gezeigt, dass wir uns auf die örtlichen Lieferanten verlassen können“, meint Voglmayr, der die Kreativität der Landwirtel lobt: „Ich finde es bewundernswert, dass immer mehr Produkte in der Region produziert werden, die es vor einigen Jahren noch nicht gab. Das zeigt den Einfallsreichtum der Landwirte, die stets neue Wege einschlagen und sich den Gegebenheiten beziehungsweise der Situation anpassen!“
Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden