LAAKIRCHEN. Die Amerikanische Faulbrut ist eine hochansteckende bakterielle Infektion, die ausschließlich Bienenbrut befällt. Sie kann ganze Bienenvölker vernichten und erhebliche wirtschaftliche Schäden in der Imkerei verursachen. Helmut Nedomlel, seit 32 Jahren Imker in Laakirchen, informiert über die Krankheit, ihre Bekämpfung und notwendige Maßnahmen zur Vermeidung einer Ausbreitung.

Im Jahr 2024 wurde im Bezirk Gmunden ein Fall von Amerikanischer Faulbrut festgestellt. Nach der Bestätigung durch eine Untersuchung an der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit wurde von der Behörde ein Sperrgebiet mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet. Diese Maßnahme blieb über mehrere Monate in Kraft. Innerhalb des Sperrgebiets durften keine Bienenvölker verbracht werden. Alle Völker in diesem Bereich wurden von Sachverständigen auf Krankheitsanzeichen überprüft. Die betroffenen Bienenvölker konnten saniert werden, weitere Infektionen innerhalb der gesperrten Zone traten nicht auf. Dennoch zeigte dieser Fall, wie wichtig eine frühe Erkennung und strenge Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit sind.
Maßnahmen zur Vermeidung der Ausbreitung
Die Amerikanische Faulbrut ist in Österreich weit verbreitet. Zwischen 49 und 383 Bienenstände werden pro Jahr als betroffen gemeldet. Da zwischen der Infektion und dem sichtbaren Ausbruch der Krankheit mehrere Wochen bis Monate vergehen können, ist eine konsequente Vorbeugung unerlässlich.
Konsequente Vorbeugung
Imker sollten keine fremden Bienenvölker, Waben oder Gerätschaften ohne eine Untersuchung auf Faulbrut übernehmen. Beim Kauf von Bienenvölkern sind eine Faulbrutuntersuchung mit negativem Ergebnis sowie eine Brutkontrolle am Herkunftsstandort ratsam. Zudem sollte kein fremder Honig oder Pollen verfüttert werden, da dieser Sporen des Erregers enthalten kann.
Entsorgte Honiggläser in Sammelzentren ein Risiko
Ein oft unterschätztes Risiko stellt die Entsorgung von Honiggläsern in Altstoffsammelzentren dar. Bienen werden von offenen Glassammelcontainern angezogen und können dort mit Sporen der Amerikanischen Faulbrut in Kontakt kommen. Untersuchungen des Imkereizentrums Linz haben ergeben, dass Honigproben aus verschiedenen EU- und Nicht-EU-Ländern häufig Sporen enthalten.
Gläser auswaschen und Deckel gründlich schließen
Um das Risiko einer Verbreitung zu minimieren, empfiehlt Imker Nedomlel, Honiggläser vor der Entsorgung gründlich auszuwaschen und die Deckel der Glassammelcontainer stets geschlossen zu halten. Jeder kann mithelfen, die Krankheit zu bekämpfen. Er schlägt zudem vor, mit Hinweistafeln an den Sammelstellen auf die Problematik aufmerksam zu machen.
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