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Aus für den Männergesangsverein Hallstatt nach 125 Jahren

Lisa-Maria Laserer, 31.03.2025 10:20

HALLSTATT. Nach 125 Jahren wird der Männergesangsverein Arbeiter-Sängerbund Hallstatt (MGV-ASB) aufgelöst. Der Verein prägte über Jahrzehnte das kulturelle Leben der Region und setzte musikalische Akzente bei Feierlichkeiten, Konzerten und öffentlichen Anlässen.

Barbaramesse in der katholischen Kirche : Karl Seethaler, Rudolf Scheutz, Karl Wirobal, Jörg Zimmermann, Reinhard Pilz, Günther Pilz, Martin Schlager, Gerold Lenz (erste Reihe von links), Manfred Aschauer, Reinhard Kerschbaumer, Peter Scheutz, Helmut Pammer, Johann Grill, Peter Aschauer (zweite Reihe von links) (Foto: Franz Frühauf)
Barbaramesse in der katholischen Kirche : Karl Seethaler, Rudolf Scheutz, Karl Wirobal, Jörg Zimmermann, Reinhard Pilz, Günther Pilz, Martin Schlager, Gerold Lenz (erste Reihe von links), Manfred Aschauer, Reinhard Kerschbaumer, Peter Scheutz, Helmut Pammer, Johann Grill, Peter Aschauer (zweite Reihe von links) (Foto: Franz Frühauf)

Am Sonntag, dem 11. März 1900, kam es im Gasthaus des Arbeiter-Consumvereins zur Gründung des MGV-ASB. Unter der Leitung von Chormeister Johann Pilz verpflichteten sich 20 Männer, jeden Samstag zu proben. Vereinsstatuten verfasste der Wiener Jurist Dr. Alfred Brants, der auch den Wahlspruch „Auf Bergeshöhn auf unserem See, in Freud und Leid und alle Zeit, tön unser Sang hinaus ins Land, für Gott, Kaiser und Vaterland“ schrieb. Dieser wurde von Johann Pilz vertont.

Neben regelmäßigen Proben gestaltete der Verein zahlreiche Veranstaltungen, darunter Gartenfeste, Konzerte, Cäcilien- und Silvesterfeiern sowie Vereinsausflüge. Auch die Mitwirkung bei der jährlichen Maiveranstaltung, Hochzeiten, Begräbnissen und Ehrungen zählte zum festen Bestandteil des Vereinslebens. Im Jahr 1905 fand der erste Sängerball im Hotel Kainz statt, und der befreundete Männergesangsverein „Flora“ aus Wien schenkte dem MGV-ASB ein prachtvolles Banner.

Höhen und Tiefen in stürmischen Zeiten

Im Ersten Weltkrieg kam die Vereinstätigkeit fast vollständig zum Erliegen, erholte sich jedoch nach Kriegsende allmählich. Die Zeit zwischen den Kriegen war geprägt von politischen Spannungen, die 1936 zur Wiedervereinigung des geteilten Arbeiter- und Bürgerchors führten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Vereinsleben erneut stark eingeschränkt.

Nach dem Krieg erlebte der Verein eine neue Blütezeit mit traditionellen Sängerbällen, Sternsingen in der Adventzeit und Auftritten zu verschiedenen Anlässen. In den sechziger Jahren belebte ein Zustrom junger Sänger das Vereinsleben. Freundschaften wurden geknüpft, insbesondere bei Sängerreisen und Jubiläumsfeiern.

Das Ende einer Ära

Im Jahr 2000 feierte der Verein sein hundertjähriges Bestehen mit einem großen Festabend und einer Festschrift. Die letzten Jahre brachten jedoch zunehmend Schwierigkeiten, Nachwuchs zu gewinnen. Bei der letzten Hauptversammlung im November 2024 wurde die Auflösung beschlossen. Obmann Dieter Eder erklärte: „Unser letzter öffentlicher Auftritt war am Sonntag, dem ersten Dezember 2024, in der katholischen Kirche mit der ‚Knappen Messe‘ für die Hallstätter Bergknappen.“

Der Verein beendet seine Tätigkeit mit einem letzten „Glück Auf!“. In der Hoffnung, dass eine neue Chorgemeinschaft entsteht, stellt der MGV-ASB sein Notenmaterial für eine mögliche Neugründung bereit. Die musikalische Tradition des Männergesangsvereins Hallstatt soll nicht vergessen werden.

 


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