"Connected Earth": neue Ausstellung im Ars Electronica Center
LINZ. „Connected Earth“ heißt die neue Ausstellung im Ars Electronica Center. In Kooperation mit dem Klima- und Energiefonds Österreich werden interaktive künstlerische Arbeiten und wissenschaftliche Stationen präsentiert, die die wechselseitigen Beziehungen im Ökosystem Erde beleuchten. Im Zentrum steht die gemeinsame Verantwortung für das fragile Gleichgewicht des Planeten. Am 16. und 17. November findet ein erstes Themenwochenende für Familien statt.

Alles auf der Connected Earth ist miteinander verbunden. Jedes Lebewesen und jede Pflanze ist Teil eines riesigen, noch weitgehend unerforschten Netzwerks, das den Planeten durchzieht und alle Prozesse beeinflusst. Auch wenn keine andere Spezies dieses Netzwerk so tiefgreifend verändert wie wir Menschen, bleiben wir untrennbar mit der Connected Earth verbunden und auf sie angewiesen.
Die neue Ausstellung widmet sich der Rolle und Verantwortung der Menschen im fragilen Ökosystem der Erde. Kunstinstallationen, Datenvisualisierungen und interaktive Stationen beleuchten die komplexen Wechselwirkungen zwischen Natur, menschlicher Infrastruktur, Klimawandel und Energiewende.
Die Ausstellung „Connected Earth“ folgt auf „There is No Planet B“ (2021-2024) und ist für den Zeitraum von zwei Jahren anberaumt.
Künstlerische Positionen und neue Perspektiven
Ausgewählte künstlerische Positionen regen dazu an, die Umwelt ganzheitlich zu begreifen und ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen – anhand der eigenen Sinne, wissenschaftlicher Messungen, technologischer Lösungen und Empathie gegenüber allen Akteuren, die das Netzwerk Erde ausmachen.
Agnes Meyer-Brandis (DE) platziert mit „One Tree ID − How To Become A Tree For Another Tree“ einen fünf Meter hohen Araukarienbaum im Foyer des Ars Electronica Center und lässt den Besucher in einen symbolisch-sensorischen Austausch mit der Pflanzenwelt treten. Wer sich für mehr Nachhaltigkeit und Vielfalt im heimischen Garten einsetzt, entdeckt „Pollinator Pathmaker“ von Alexandra Daisy Ginsberg (GB). Ein algorithmisches Tool zur Gartengestaltung, ausgerichtet auf die Bedürfnisse von Bestäuberinsekten, ist über pollinator.art abrufbar.
Wie eng das menschliche (Über-)Leben mit einer üppigen und gut gedeihenden Flora verknüpft ist, macht Dorotea Dolinšek (SI) in ihrer Installation „Ex.A.R.U.“ zum Thema. Besucher schließen sich mit einer Atemmaske an ein futuristisches Gewächshaus an und erfahren am eigenen Körper, wie sehr Menschen und Pflanzen durch den permanenten Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid voneinander abhängig sind.
Tega Brain (AU) und Sam Lavigne (US) bringen Schlaf, CO2 -Ausstoß und kapitalistische Strukturen in einen völlig neuen Dialog, während das Kollektiv Fragmentin (CH) mit G80 die Zusammenhänge soziopolitischer und ökologischer Fragestellungen mit analogen, korrespondierenden Schiebereglern darstellt.
Beatie Wolfe (GB) kontrastiert in ihrer Animation „Smoke and Mirrors“ Forschungsdaten zur Konzentration von Methan in der Atmosphäre mit den irreführenden Werbeslogans der Ölindustrie. Mit „From Green to Red“ zeigt die Britin zudem eine packende Visualisierung von CO2 -Daten der NASA an der Fassade des Ars Electronica Center, wo auch drei weitere künstlerische Arbeiten zum Ausstellungsthema mehrfach zu sehen sein werden.
Interaktive Stationen und Stimmen aus der Forschung
„Connected Earth“ soll auch aufzeigen, wie unser Handeln zu positiver Veränderung führen kann. Das wird unter anderem an der Best-Practice-Station des Klima- und Energiefonds deutlich, bei der österreichische Vorzeigeprojekte per Multi-Touch-Terminal erkundet werden können.
Das Wasserstoffmodell – von WIVA P&G, Ars Electronica, Robert Bosch AG, Linzer Technikum und Linz AG mit der RAG Austria AG – demonstriert im Kleinen, wie grüner Wasserstoff hergestellt und eingesetzt wird. Für einen spielerischen Zugang zum Thema sorgt das Minecraft Minigame dreier junger Entwickler: Spieler ab dem Volksschulalter sind angehalten, in die virtuelle „Wasserstoffwelt Linz“ einzutauchen.
Auch das Kontext Institut für Klimafragen (AT) sowie Geosocial AI (AT) sind an der Ausstellung beteiligt. Beide beschäftigen sich mit dem Informationsfluss zum Klimawandel und dem dringenden Handlungsbedarf Einzelner.
Themenwochenende für Familien
Am Samstag, 16. November, und Sonntag, 17. November, lädt das Ars Electronica Center zum ersten Connected Earth-Themenwochenende. Im Deep Space 8K dreht sich dabei alles um die Frage, was genau die Erde zum außergewöhnlichen Lebensraum für mehr als acht Millionen Arten macht.
Der Workshop „Licht an!“ beleuchtet das Phänomen der Biolumineszenz bei Insekten, Fischen und Plankton. Die Workshopinstallation „Schmilz, Schmilz, Baby“ fragt, wie viel Optimismus wir für die Zeit nach der Gletscherschmelze in Österreich haben dürfen. Die Kleinsten (ab vier Jahren) gehen im Kinderforschungslabor auf Entdeckungsreise: Gemeinsam wird erforscht, wie Tiere und Pflanzen miteinander kommunizieren, was Schmetterlinge mit einem Tornado gemeinsam haben und wie Wasserstoff zur Energiequelle wird.
Abgerundet wird das Wochenendprogramm durch vier Spezialführungen zu Connected Earth.
Das gesamte Angebot inklusive Beginnzeiten ist hier abrufbar: https://ars.electronica.art/center/de/events/themenwochenende-connected-earth
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