
WAIDHOFEN AN DER YBBS/ AMSTETTEN. Wenn von der Landschaft rund um die Stadt der vier Türme im dichten Novembernebel nichts zu sehen ist, kann dem Wanderer stattdessen das seltene Schauspiel gefrierenden Nebels in seinen zauberhaftesten Facetten begegnen. von ERICH SCHACHERLAnfahrt: Waidhofen / Thaya - Krems -St.Pölten-Amstetten-Kematen/Ybbs- Waidhofen/Ybbs Waidhofen/Ybbs ist mit Zügen und Bussen erreichbar. Informationen unter http://fahrplan.oebb.at
Ausgangspunkt: ÖBB Haltestelle Waidhofen/Ybbs StadtDer November hat nicht gerade den Ruf, ein gutes Monat für Wanderungen zu sein. Die Zeit des Übergangs vom Herbst zum Winter ist gerne mit nebeligen, grauen Tagen gefüllt. Die Temperatur bewegt sich oft um den Nullpunkt, eisige Winde kühlen die Luft noch weiter ab. Dort wo Nebel, Wind und Kälte aufeinandertreffen, taucht Väterchen Frost auf, überzieht das Land mit einer hauchdünnen Eisschicht, lässt Baumwipfel brechen und macht Autofahrten zu nicht ungefährlichen Aktionen. An den richtigen Plätzen – draußen im Wald nämlich – gibt diese Kombination von Kälte, Wind und Nebel der Natur ein faszinierendes Aussehen, das zu sehen sich lohnt. Bekanntlich heißt es ja, dass es kein unpassendes Wetter für Outdoor- Freuden gibt, nur unpassende Kleidung. Wer sich also in seine Winterausrüstung kleidet und im besten Falle auch noch eine Thermoskanne heißen Tee mitnimmt, kann dieses besondere und seltene Erscheinungsbild der Natur genießen. Eisige Schönheiten Ausgangspunkt der Tour ist die ÖBB Haltestelle Waidhofen/ Ybbs Stadt. Ich folge dem Hirschberger Höhenweg, der Hirschberg (857 m) als mein Ziel ist mit zwei Stunden dreißig Minuten am Wegschild angegeben. Auf einer schmalen Asphaltstraße geht es gerade hinaus aus der Stadt, leicht ansteigend und an Höhe gewinnend. Ungefähr 75 Minuten benötige ich für den Wegabschnitt bis zum Bergdorf Konradsheim. Unterhalb der Kalksteinklippe, auf dem die gotische Pfarrkirche thront, sehe ich die ersten vereisten und mit Raureif überzogenen Pflanzen. Ich steige hinauf zum Gotteshaus und folge dann der asphaltierten Zufahrtsstraße wieder hinunter, gehe beim Friedhof vorbei und einige Meter danach weist mich ein Wegschild nach rechts hinunter in einen Graben und auf der anderen Seite wieder steil hinauf. Bei diesem letzten Anstieg vor meinem heutigen Tagesziel wird mir gut warm. Ich bleibe oft stehen und betrachte die faszinierenden Eisgebilde auf Bäumen, Ästen und Pflanzen, ja sogar die Grashalme sind in windverblasenen Raureif getaucht. Kalter Gipfelbesuch Der Gipfel des Hirschbergs ist ein unscheinbarer Platz, der Panoramablick fällt heute im dichten Nebel aus. Außerdem bläst der Wind derart stark, dass ich mich nur wenige Minuten dort oben aufhalte. An einem windgeschützten Platz einige Gehminuten unterhalb nehme ich heißen Kräutertee zu mir, der mich innerlich sofort angenehm wärmt. Ich packe mich nach 20 Minuten wieder gut ein und mache mich auf den Rückweg. Dabei folge ich meiner Anstiegsroute hinunter ins Tal. In Konradsheim erspare ich mir den kurzen steilen Anstieg zur Kirche, sondern marschiere rechts am Friedhof vorbei. Nach zwei Stunden erreiche ich den Ausgangspunkt der Tour.Gehzeit: ca. 4,5 Std (ca. 14 km)Anstiege: ca. 500 hm
Wegbeschaffenheit: Asphaltstraßen, Forstwege, WaldwegeHier können Sie den Wandertipp als PDF downloaden