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35 Fall Eiserner Vorhang: Erinnerung an einen historischen Moment und den Beginn einer Freundschaft

Mag. Susanne Überegger, 18.12.2024 16:53

LEOPOLDSCHLAG. 35 Jahres ist es her, dass im Dezember 1989 der Eiserne Vorhang zwischen Oberösterreich und Südböhmen gefallen ist. In einer Gedenkfeier mit Landeshauptmann Thomas Stelzer und Kreishauptmann Martin Kuba wurde das historische Jubiläum in Leopoldschlag feierlich begangen.

Die Kinder der Volksschule Leopoldschlag sangen zwei Lieder für die Festgäste, darunter "Es wird scho glei dumpa" (Foto: Peter C. Mayr/Land OÖ)
  1 / 5   Die Kinder der Volksschule Leopoldschlag sangen zwei Lieder für die Festgäste, darunter "Es wird scho glei dumpa" (Foto: Peter C. Mayr/Land OÖ)

Der „Eiserne Vorhang“ erstreckte sich mehr als 40 Jahre lang von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und war eine unüberwindbare Barriere zwischen Ost- und Westeuropa, die vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Fall des Kommunismus im Jahr 1989 bestand. An der oberösterreichisch-tschechischen Grenze war der Eiserne Vorhang gut 120 Kilometer lang und riegelte die beiden Länder hermetisch voneinander ab.

Zeitzeuge Altbürgermeister Schlechtl erinnert sich

Zeitzeuge Heribert Schlecht, Altbürgermeister von Leopoldschlag und Landwirt in Edlbruck, erinnerte sich bei der Gedenkfeier vor den Festgästen an die Zeit vorm Fall des Eisernen Vorhangs: „Die Grundgrenze unserer Landwirtschaft ist gleichzeitig die Staatsgrenze. Den Zaun haben wir zwar nicht gesehen, der war im Wald, aber dafür die tschechischen Soldaten auf Patrouille. Sie waren meist zu sechst unterwegs, dabei schwer bewaffnet und hatten Diensthunde dabei. Davor hatten wir Respekt.“ Niemand wusste so genau, was auf der jeweils anderen Seite des Zauns vor sich ging, wie die Menschen dort lebten.

Als am 11. Dezember 1989 an der Grenze in Unterhaid der Stacheldraht symbolisch mit einem einfachen Bolzenschneider durchtrennt wurde, war Heribert Schlechtl auf der Seite der oberösterreichischen Abordnung Zeuge eines historisch bedeutenden und bewegenden Moments.

11. Dezember 1989 als Tag der Hoffnung und des Aufbruchs

Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Gedenkfeier: „Der 11. Dezember 1989 ist ein Datum, das für ein aufeinander Zugehen und ein Miteinander steht. Vor 35 Jahren haben wir gemeinsam ein Signal des Aufbruchs, der Hoffnung und der Zukunft gesetzt. Das verbindet uns auch heute und schafft die Voraussetzung, dass wir die Herausforderungen der Zeit gemeinsam gut lösen werden.“

„Dieses Jubiläum erinnert uns daran, wie wichtig Partnerschaft und Zusammenhalt für eine friedliche und erfolgreiche Zukunft sind. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde aus der Nachbarschaft unserer Regionen eine Freundschaft“, ergänzte Südböhmens Kreishauptmann Kuba.


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