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Weingärten, Hohlwege und ein riesiger Korkenzieher

Tips Logo Online Redaktion, 23.08.2016 14:31

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Tourdaten

Wanderung

Dauer 3:15 h
Schwierigkeit
Mittel
Kondition
Technik

Ausgangspunkt

Bahnhof in Traismauer

Wegbeschaffenheit

Asphalt Forstwege

Anfahrt

Waidhofen/Thaya–Krems–Traismauer Horn–Langenlois–Krems–Traismauer Gmünd–Zwettl–Krems–Traismauer St. Pölten–Herzogenburg–Traismauer Traismauer ist mit Bus und Bahn erreichbar.

TRAISMAUER/ST. PÖLTEN-LAND. In Traismauer sind Menschen schon sehr lange ansässig. Auch Wein wird bereits mehr als Tausend Jahre angebaut. Eine Rundwanderung führt durch eine liebliche Landschaft zu Österreichs einzigem Aussichtsturm in Form eines überdimensionalen Korkenziehers.

von ERICH SCHACHERL

Die am südwestlichen Rand des Tullner Beckens liegende Stadt Traismauer und ihre Umgebung sind geschichtsträchtige Orte. Bodenfunde bestätigen die Besiedelung des Gebietes ab 5000 Jahre vor Christi Geburt. In der Katastralgemeinde Gemeinlebarn wurden Gräberfelder der Jungsteinzeit sowie der Bronzezeit entdeckt. Die Römer errichteten im ersten Jahrhundert nach Christi ein Kastell, in dem eine Reiterschwadron stationiert war. Die letzten noch zu sehenden Überbleibsel des Kartells können in der Krypta der St. Ruprecht Kirche besichtigt werden, der Rest der römischen Wehranlage, die Teil des Limes entlang der Donau war, wurde über die Jahrhunderte überbaut und liegt verborgen unter der Altstadt vergraben. Auch in der weltberühmten Nibelungensage wird Traismauer genannt, Krimhilde verweilte dort.

Zauberhafter Frühling

Im Mai präsentiert sich die Umgebung von Traismauer als liebliche Gegend voller aufblühender Weingärten, Wälder und Felder. Mit der Kraft des Frühlings sind alle Pflanzen neu erwacht, alles wächst und gedeiht und das Land ist mit einem grünen Mantel in den unterschiedlichsten Schattierungen überzogen, dazwischen schmeicheln die gelb blühenden Rapsfelder dem Auge des Wanderers. Die ersten Heurigen entlang der Wege haben an schönen Tagen bereits geöffnet und laden zu gemütlichen Pausen ein. Wer gerne entschleunigt, beobachtend und genießend unterwegs ist, fühlt sich hier sicherlich zuhause. 

Hohlwege

Ausgangspunkt der Tour ist der Bahnhof Traismauer. Zuerst gilt es bei der Straße die Gleise zu überqueren, unmittelbar danach leitet mich das Wegschild „Hohlwegwanderweg“ nach links weg von der Straße zwischen Häusern hindurch weiter. Nach etwa 20 Minuten liegt die Stadt hinter mir, zu meiner Rechten steigt die Nordflanke des Nasenberges hinauf, links bedecken Felder die Ebene dieser Ecke des Tullner Feldes. Nach zirka 50 Minuten wendet sich der Weg nach rechts und ein erster leichter Anstieg durch einen der vielen Hohlwege dieser Gegend bringt mich höher hinauf. Die Lössböden der Region, die optimale Voraussetzungen für Weinbau bieten, haben die Entstehung dieser tief in den Untergrund eingeschnittenen, mit meterhohen, fast senkrechten Wänden Landschaftsform möglich gemacht. Dort, wo sich der „Hohlwegwanderweg“ scharf nach rechts wendet, gehe ich auf dem Feldweg gerade weiter und verl a s se für eine Weile die markier ten Wege. Ich tauche nach wenigen Minuten in den nächsten Wald ein, bleibe auf dem linken Weg und durchschreite für die folgenden Minuten ein durch den blühenden Bärlauch leicht nach Knoblauch duftendes Waldstück.

Der Korkenzieher

Nach zirka 20 Minuten stoße ich auf den Weinlehrpfad, wende mich nach rechts und folge für einige Zeit einem schmalen Waldpfad, der in einen weiteren spektakulären Hohlweg mündet, an dessen Ende der erste Heurige wartet. Hier entdecke ich auch das Hinweisschild zum „Korkenzieher Aussichtsturm“ und folge der angezeigten Richtung. Durch den nächsten Hohlweg geht es wieder ein kurzes Stück hinauf. Bald danach erreiche ich den Turm, der im Juni 2006 in Form eines überdimensionierten Korkenziehers auf dem 263 Meter hohen Fuchsberg errichtet wurde. Die Aussicht von oben ist fantastisch.

Nach einer angenehmen Rast gehe ich den gleichen Weg hinunter zum Heurigen, von hier weg folge ich nun aber dem Weinlehrpfad weiter, der mich am Fuße des Berges zurück Richtung Traismauer leitet. Nach 45 Minuten stoße ich auf meinen Hinweg, weitere 25 Minuten später bin ich wieder beim Bahnhof. Wer noch nicht genug Bewegung hatte, dem sei der Kulturweg durch Traismauer empfohlen, ein kleiner Führer ist bei der Touristeninformation in der Altstadt erhältlich.

GEHZEIT: ca. 3 Std. 15 Min.

WEGBESCHAFFENHEIT: Forstwege, Asphaltstraßen

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