Die neue Generation des Kia Optima macht neben der Freude an ihm selber vor allem eines – verstärkten Gusto auf den Kombi.

Am Genfer Automobilsalon war er ein großer Hingucker, noch dieses Jahr wird er in Österreich käuflich erwerblich sein und alle sind schon furchtbar wuschig. Die Wartezeit zu verkürzen obliegt der Limousine und sie tut das in ganz hervorragender Manier. „Vielleicht“, denkt sich die Limousine, „spätestens wenn mein hübscher Bruder auf unseren Straßen heimisch wird, hat mein letztes Stündlein geschlagen. Kein Hahn wird mehr nach mir krähen, kein Kopf wird sich mehr nach mir drehen und keine Mund wird bei meinem Anblick mehr offen stehen.“ Und haut sich entsprechend ins Zeug.
Ja von mir aus, also ich laß mich da gern umgarnen und umwerben. Hab da überhaupt keine Skrupel. Beim Blick auf das Datenblatt bin ich noch ambivalent: 1,7 Liter-Dieselmotor in Kombination mit dem 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe und „Platin“-Ausstattung machen Gusto, allerdings wird als einziges Extra das Panorama-Glas-Hub/Schiebedach erwähnt. Ich will aber auch Navi, schöne 18“-Alufelgen, adaptiven Tempomaten, automatisches Einparksystem, Querverkehrswarner, Rückfahrkamera inkl. 360 Grad Rundumsichtkamera, ein Harman Kardon Soundsystem, klimatisierte Ledersitze und Bi-Xenon-Scheinwerfer! Wie, alles serienmäßig? Für 42.990,00? Echt jetzt?
Ja echt. Was der Kia Optima an Komfort- und Technik-Goodies in die Waagschale wirft, ist nicht von schlechten Eltern. Sollten sich was schämen die Deutschen. So sehr sie hier den Vergleich mit dem Kia scheuen sollten, so wenig muß das der Optima beim Thema Bedienung und Verarbeitung. Ist jetzt angesichts eines Sportage keine Überraschung mehr, aber wie logisch die Vielzahl an Funktionen angebracht wurde, nötigt Einem schon Respekt ab. Eingebettet sind Schalter, Touchscreen&Co. in einem gelungenen Mix aus Chromzierelementen, Klavierlackeinlagen und feinstem Leder. Das Hauchal an Qualität was zum Beispiel zu einem Passat noch fehlt, wird nicht lange auf sich warten lassen.
Nicht lange warten muss ich auch auf den Vortrieb. Der etwas hubraumschwache stärkste Diesel leistet 141 PS, aufbauend auf ein maximales Drehmoment von 340 Newtonmetern, welches schon bei 1.750 Umdrehungen anliegt. In 11 Sekunden stehen 100 km/h auf der Habenseite, subjektiv geht es um einiges schneller. Ich sage mal so, bei Vollgas verfällt man in keine Schnappatmung, ein wenig geht es mit dem Puls aber schon hinauf. Der Kia Optima ist ja auch nicht als Kampfdrohne konzipiert, sondern als souveräner Gleiter mit ausreichend Kraftreserven. Das kann ich so unterschreiben, auch mit Blick auf die sich sehr selten bewegende Tankanzeige.
Wer es nicht glaubt, muß eben einmal mitfahren. Platz genug gibt es im Kia Optima, auch zu fünft hält man es selbst mit Kontaktallergie ganz gut aus. Dem Fahrwerk ist sowieso alles egal, es hat sich grundsätzlich dem Komfort verschrieben, ohne dabei in Kurven allzu rasch an seine Grenzen zu stoßen. Das gilt einzig und alleine für den Kofferraum. Er mag 510 Liter fassen, mag mittels geteilt umlegbarer Rücksitzlehnen erweiterbar sein. Aber als durchschnittlicher Österreicher wirst du nicht glücklich, schon ein einfaches Mountainbike wird zum Transportdilemma. So gesehen bin ich sehr dankbar für die tolle Performance des Kia Optima. Und freu mich auf den Kombi.
Was er kann:
Die Vorfreude auf den Kombi ins unerträgliche Steigern.
Was er nicht kann:
Als Top-Diesel Bäume ausreißen.
Extralob gibt es:
Für das Preis/Leistungsverhältnis.
Ändern würden wir:
Wären wir nicht so kombiverdorben, nichts.
Daten Kia Optima 1,7 Diesel Platin
Motor: 4-Zylinder Diesel-Turbomotor
Hubraum: 1.700 ccm Leistung: 141 PS Max. Drehmoment: 340 Nm bei 1750 U/min Testverbrauch: 6,3 Liter Vmax: 203 km/h 0 auf 100 km/h: 11,0 Sek. Preis ab EUR 41.190,00
Mehr über Kia finden Sie auf www.fahrfreude.cc.
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