Ö. Alle vier Wochen stürzt in Österreich ein Kind aus einem Fenster oder aus großen Höhen wie etwa einem Balkon. Fensterstürze zählen zu den schwersten Unfällen bei Kleinkindern. Insektenschutzgitter bieten oft trügerische Sicherheit.

Die Folgen von Fensterstürzen reichen von Prellungen und Knochenbrüchen bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen an Kopf, Wirbelsäule und inneren Organen. Der Bewegungs- und Entdeckungsdrang von Kindern kann sich in Kombination mit geöffneten oder ungesicherten Fenstern und Balkontüren in Sekundenschnelle zu einer unkalkulierbaren Gefahrenquelle entwickeln. Der Gefahren eines Sturzes aus großer Höhe sind sich vor allem Kleinkinder nicht bewusst, erschwerend kommt hinzu, dass es ihnen oft schwerfällt, die Balance zu halten. Grund hierfür ist ihr verlagerter Körperschwerpunkt, der im Vergleich zu Erwachsenen höher liegt.
Fenstersicherungen können Leben retten
In Haushalten, in denen Kinder leben, sollten alle Fenster und Balkontüren mit entsprechenden Fenstersicherungen ausgestattet oder nachgerüstet sein. Am besten geeignet sind versperrbare Kindersicherheitsgriffe – diese lassen sich auch im arretierten Zustand zum Lüften kippen, um eine regelmäßige Frischluftzufuhr sicherzustellen. Katzen- oder Fliegenschutzgitter hingegen eignen sich nicht als Schutzmaßnahme, sie können bei Druck nachgeben oder reißen.
Fliegengitter: Trügerische Sicherheit
Wie eine Analyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) basierend auf mehr als 100 Fensterstürzen von Kindern unter 15 Jahren ergeben hat, war bei rund jedem sechsten Unfall am betroffenen Fenster ein Insektenschutzgitter montiert. „In den meisten Fällen sind die Aufsichtspersonen der Kinder in unmittelbarer Nähe der Kinder oder im Nebenraum. Bauliche Maßnahmen wie Fenstersicherungen sind daher besonders sinnvoll. Instruieren Sie auch Großeltern oder andere Aufsichtspersonen und nehmen Sie Kinder beim Lüften von Räumen immer mit aus dem Zimmer. Achten Sie darauf, dass das Kind in diesen Raum nicht alleine unbemerkt gelangen kann“, sagt Johanna Trauner-Karner, Bereichsleiterin im Kuratorium für Verkehrssicherheit.
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