Sie ist wohl einmalig und erfordert auch viel Aufmerksamkeit, die neue Beschilderung in Wilhering, welche die Pfarrkirchen von Schönering und Dörnbach mit der Stiftskirche sternförmig verbindet. Aber hat man sich einmal darauf eingestellt, macht es sichtlich Spaß, den um ein Vierkantholz gebogenen Aluwegweisern zur tausendjährigen Winterlinde zu folgen und dabei viel Interessantes über die alte Marktgemeinde zu erfahren.
von MICHAEL WASNER
Einem Brand, der im Jahre 1733 die gesamte Kirche und einen Großteil des Klosters zerstörte, ist es zuzuschreiben, dass in 18-jähriger Bautätigkeit vom Linzer Baumeister Johann Haslinger in Zusammenarbeit mit Andreas Altomonte die wohl schönste Rokokokirche im süddeutschen Raum geschaffen wurde. Im Innenraum herrscht harmonischer Einklang von Architektur, Stuck, Plastiken und Malerei (Bart. Altomonte und Franz Messenta). Bemerkenswert sind die Altäre mit Bildern von Martin Altomonte. Durch den Innenhof gelangt man in den Stiftsgarten mit einer Ansammlung seltener Baumarten. Neben dem Seerosen teich steht die älteste Eibe im Lande, während der Pavillon vom mächtigen Stamm eines Mammutbaumes beinahe verdeckt wird. Noch imposanter ein über 50 m hoher Tulpenbaum, der als zweithöchster seiner Art in Europa gilt. Blutbuchen, Zwergpalmen und das golden verfärbte Laub eines Ginkos lassen den Park auch im Spätherbst recht attraktiv erscheinen. Der anfängliche Straßenmarsch hinauf nach Höf lässt sich recht angenehm umgehen, indem wir zwischen Stiftspark und Klostergebäuden ein kleines Stück Richtung Donau marschieren, am ersten links abzweigenden Feldweg die Ufer-Häuser ansteuern, abermals links am Donauweg zur B 129 abbiegen und schräg rechts gegenüber zum Rosenhügel (310 m) aufsteigen. Mit einem Prachtblick über den Donaumarkt Ottensheim zu den Hügeln des Mühlviertels wird der kleine Umweg gebührend belohnt. Im weiteren Verlauf erreichen wir die vom Stift heraufführende Höfer Straße und schwenken nach den Hallen der Fa. Hierzer rechts zum Kürnberger Wald ein. Beim Schranken eine Informationstafel über Stift Wilhering, an der folgenden Gabelung eine weitere über den Kürnberger Wald. Hier treffen wir auch auf die eingangs erwähnte Beschilderung „Zur Linde“ und folgen dem rechten Seitenweg durch den nordwestlichen Waldzipfel hinab ins Mühlbachtal, wo uns ein ¼-stündiger Gehsteigmarsch erwartet. Grüne Markierungspfeile der Schöneringer Laufstrecke bieten von nun an eine zusätzliche Orientierungshilfe. Bei der Abzweigung des Paula Gesselweges erinnert eine Tafel an die einstigen Mühlen im Mühlbachtal. Weitere Schautafeln säumen den Anstieg durch das naturbelassene Seitental hinauf nach Edramsberg , weite Ausblicke in den Eferdinger Raum und über die Welser Heide zur Alpenkette würzen den Weiterweg zur tausendjährigen Linde in Winkeln (340 m – 1 ¾ Std.; Rastplatz mit Panoramakarte). Eine schwache halbe Stunde trennt uns von der alten Donaupfarre Schönering, die wir teils auf Feldwegen, teils am Gehsteig der Bezirksstraße absolvieren. Die Gotikkirche St. Stephan mit ihrem Netzrippengewölbe und die davorstehende 700 Jahre alte Linde sind sehenswert; dazu bieten sich die Gasthöfe Übeleis und Moser für eine Einkehr an. Die Reha-Klinik bleibt links liegen. Wir folgen weiter der grünen Laufstrecke und spazieren zwischen Sportplatz und Hauptschule am Feldweg geradeaus zum Gasthaus „Bründl im Fall“ (im Winter Di. und Mi. gesperrt). Dahinter entlang des Innbaches zur Mündung in die Donau. Ein Fischlehrpfad rechter Hand, die Ausblicke auf Ottensheim und der Schiffsverkehr sorgen am Treppelweg hinab nach Ufer für Kurzweil und Abwechslung. An der bereits bekannten Abzweigung des Donauweges bleiben wir weiter am Donauufer und folgen dem verträumten Aupfad zurück zum Zisterzienserkloster.
ANFAHRT:
Von Linz auf der Nibelungenbundesstraße 129 mit der Buslinie Wilia
AUSGANGSPUNKT: Stift Wilhering (270 m, Parkplatz)
TOUREN-INFO:
GEHZEIT: 3 ½ – 4 Stunden
ANSTIEGE: ca. 150 m
WEGBESCHAFFENHEIT: Gehsteige, Güter-, Wald- und Feldwege
Hier können Sie den Wandertipp downloaden.