VON MICHAEL WASNER
Gramastetten ist durch seine Nähe zur Landeshauptstadt seit alters her ein beliebtes Ausflugsziel. Und das liegt nicht nur an den berühmten mürben Krapferln, sondern vor allem an der reizvollen und recht abwechslungsreichen Umgebung, die zum Ausschreiten und Erkunden geradezu animiert. Eine nette Halbtageswanderung führt durch die Klammleiten auf den aussichtsreichen Limbergrücken zur Jausenstation Etzlberger und durch die idyllischen Flusstäler von Ranitz und Rodl wieder retour.
Anfahrt: Linz-Pöstlingberg bzw. Buslinie 2120 bis Gramastetten/ Postamt
Ausgangspunkt: Kirchenplatz Gramastetten (544 m; Parkgelegenheit links nach der Kirche) Wer auf „Original Gramastettner Krapferl“ als Marschverpflegung setzt, bekommt die mürben Köstlichkeiten in den Konditoreien Rumplmayr (Rodltalstraße 2, an der Ortseinfahrt) und Knollmayr (Marktstraße 4, nahe der Pfarrkirche). Sehenswert die zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaute Pfarrkirche (prachtvolles Netzrippengewölbe, neugotische Ausstattung mit dem Kirchenpatron Laurentius im Hochaltar und einer kuriosen Eselsfratze Fürst Bismarcks im Chorgestühl), deren Turm noch vom Vorgängerbau aus dem 14. Jh. stammt. Angrenzend der Gramastettnerhof (Mi. Ruhetag). Gegenüber zweigt die Maximilian Straße ab. Vorbei an einer Wanderinfotafel geht es nun entlang der Routen 2, 4, 7, 8, 9 und 10 den Krampusberg hinab. Als „Krampus“ bezeichnete man im Mittelalter ein fahrbares Foltergerät mit nach oben stehenden Nägeln auf der Sitzfläche, worauf der angeschnallte Missetäter den Berg hinabgeschickt wurde. Mit Blickrichtung Ruine Lichtenhag gelangen wir in den bewaldeten Talgrund und folgen der Lichtenhagerstraße (kann auf dem parallel verlaufenden Güter- und Wiesenweg unterhalb umgangen werden) zum Sägewerk Breuer in die Klammleiten (390 m – 1/2 Std.). Wem nach einer ersten Einkehr zumute ist, folgt der Aufforderung „Ab in den Garten“. Allerdings hat das neue Jausengartl nur bei Schönwetter an Wochenenden geöffnet. Wir überqueren die Große Rodl und spazieren auf der Straße 50 m flussabwärts zur Abzweigung der AV-Route 60. Ein bestens angelegtes, schmales Steiglein, das uns zügig ansteigend und gefahrlos die steilen Abhänge der Klammleiten queren lässt. Bald schon ist vom romantischen Talgrund nur noch das Rauschen der Rodl zu hören und der allmählich breiter werdende Weg mündet nach einer Kapelle in den Wiesen des Legleitnerhofes. Hier lohnt es sich kurz zu Verweilen und den Blick über das Rodltal hinüber nach Gramastetten wirken zu lassen. Beim Legleitner links (nicht rechts der „7“ nach) am AV-Weg weiter in ein Waldstück und durch eine Senke mit Löschteich hinüber zum Oberlirer, wo wir nun auch die „60“ verlassen und rechts auf Nr. 6 überwechseln. Vorbei am Biobauernhof Stadlbauer (Hundepavillon) geht’s nun sanft aufwärts auf den Limbergrücken mit herrlicher Aussicht über das weite Mühlviertler Hügelland zu den Kirchtürmen von St. Gotthard und Herzogsdorf und hinab in den Donauraum zwischen Wilhering und Alkoven. In den Güterweg Limberg links einschwenkend, marschieren wir dem auf einem Hügel liegenden Gasthaus Etzlberger (540 m – 1 1/2 Std.) entgegen. Eine zünftige Jause mit kellerfrischem Most ist außerhalb der Sperrtage (Montag bis Mittwoch abends; Tel. 07239/8150) immer zu bekommen, warme Speisen meist nur bei Voranmeldung. Gut erholt und gestärkt spazieren wir am Güterweg Limberg zurück zur bereits bekannten Abzweigung, bleiben aber weiter am Höhenrücken und überschreiten nach dem Schmalzkochbauer den höchsten Punkt (550 m). Sanft abwärts erreichen wir bei der Klammerkapelle eine Wegteilung. Nach dem Schild „kleine Rodlrunde“ geradeaus am Waldrand abwärts ins bezaubernde Tal des Ranitzbachs, dem wir nun bis in die Klammleiten zur Mündung in die Große Rodl folgen (3/4 Std.). Dann geht es das Rodltal aufwärts. Ein schmäler werdendes Weglein begleitet den naturbelassenen Bachlauf, der sich einmal still zwischen bemoosten Steinen dahinschlängelnd, dann wieder wild über Steilstufen in tiefe Tümpel stürzend, präsentiert. Am Rodlsteg wird dann ins romantische Rodl-Waldbad übergewechselt, wo wir bei einem erfrischenden Bad oder im Buffet Labe finden. Ein schattiger Waldweg (Nr. 1) folgt dem linken Ufer flussabwärts, informiert über Baumarten und heimische Vogelkunde und endet an der einzigartigen Jahresstiege, die uns auf wackeligen 365 Stufen zwischen moosgrünen Granitblöcken und monumentalen Mauerresten wieder auf den Krampusberg hochleitet.
Gehzeit: 3 Stunden
Anstiege: ca. 350 m
Wegbeschaffenheit: Gut markierte Runde auf Güter-, Wald- und Wiesenwegen.
Hier können Sie den Wandertipp downloaden.