Wenn Regen ein eher selten gesehener Gast ist, das Klima bevorzugt mild bleibt und Löss wie Lehm sanft hügelige, fruchtbare Landschaften formten um die gezogenen Weinreben in höchster Güte wachsen und gedeihen zu lassen, dann ist man endlich angelangt: in Langenlois, der größten Weinstadt Österreichs, die dem Wanderer jetzt zur Lesezeit einen zusätzlichen Schauund Gaumengenuss beschert.
von MICHAEL WASNER
Den Besuch der Weinerlebniswelt (tägl. 10 - 19 Uhr) sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Bei einem ca. 1 ½ stündigen Rundgang mit dem Audioguide lassen sich in einem 900 Jahre alten Kellerlabyrinth Weinproduktion und –mystik erkunden, zeigen 11 Stationen den Werdegang der Traube zum Wein. Dazu können in der Vinothek sämtliche Spitzenweine namhafter nö. Winzer verkostet und zu Ab- Hof-Preisen erstanden werden. Zuvor wollen wir jedoch noch eine abwechslungsreiche und für den Landstrich typische Wanderung unternehmen und folgen der am Parkplatz be_ ndlichen Beschilderung der Heilig-Stein Walkingroute gleich mitten durch die Weinrieden über das Bockshörndl hinüber nach Zöbing (211 m - ¾ Std.), in dem die mittelalterlichen Lesehöfe der Stifte Dürnstein, Zwettl und Göttweig von langer Weintradition zeugen. Über die Kampbrücke wird die Flussseite gewechselt, durch die malerische Heiligenstein-Kellergasse das Wahrzeichen „Heiligenstein“ mit seiner weithin sichtbaren Warte in Angriff genommen. Die Walkingroute quert allerdings nur den Westhang, deshalb muss am Ende der Kellergasse auf den rotweiß markierten Weg 6 gewechselt werden. Ein kurzer Anstieg durch den herbstlich verfärbten Mischwald hinauf zur Kamptalwarte (351 m - 1 ¼ Std.) und die Wendeltreppe hoch zur Plattform bescheren uns einen wunderschönen Ausblick auf das Langenloiser Weinland. 200 Meter nach der Warte zweigt rechts der rot-weiß markierte Weg 5 ab, der uns recht aussichtsreich durch die Weinhänge steil abwärts (bei zwei ebenen Wegübergängen Markierung beachten) wieder in die Heilig-Stein-Walkingroute einfädeln lässt. Nach kurzem Straßenstück wendet sich diese der Kampau zu. Ein schmaler Pfad folgt dem naturbelassenen Flusslauf abwärts. In Haindorf Wechsel der Uferseite zu einigen Schrebergärten. Rechtsabzweigung der Walkingroute zum Schloss Haindorf (208 m - 2 Std.; Schauplatz der Langenloiser Sommerfestspiele). Diese führt nun entlang des Loisbaches in einer halben Stunde zurück in die Stadt. Wer allerdings noch weiter ausschreiten möchte, dem sei der kleine Umweg über Gobelsburg ans Herz gelegt. Dazu folgen wir der Straße auf die bereits sichtbare Kirche zu und biegen nach 300 Metern links in den Wanderweg 3 ein, der den Loisbach noch bis zur Einmündung in den Kamp begleitet und über die Kampgasse in den Winzerort Gobelsburg (218 m - 2 ½ Std.) führt. Ein Blickfang die Dreifaltigkeitssäule, die gotische Pfarrkirche und das namensgebende Schloss, das heute ein renommiertes Weingut beherbergt. Nun die Häuserzeile in der Schlossstraße 500 Meter aufwärts bis rechts ein mit Kopfsteinen gep_ asterter, schmaler Hohlweg mit der Markierung des Heide-Hohlweges zur letzten Anhöhe hinaufleitet. Mit herrlichen Ausblicken ins Kamptal geht es durch die Weingärten und den Spiegelgraben abwärts nach Langenlois zur Stadtpfarrkirche und weiter zur Dreifaltigkeitssäule am komplett erhaltenen Stadtplatz, dem die Fassaden aus Barock und Renaissance südländisches Flair verleihen. Das Loisium erreicht man vom Heurigenhof Bründlmayr (Walterstraße, Punkt 4) auf ansteigendem Spazierweg.
ANFAHRT:
Anfahrt: A1 St. Pölten, S33 Krems, B 218 Langenlois und über den Korn(Stadt)platz (hier kann man sich gleich an der Info im Ursinhaus (Punkt 1) den Schlüssel für die Warte besorgen) gut beschildert zum Loisium
AUSGANGSPUNKT: Loisium (Parkplätze vor Wine & Spa
Hotel (Punkt 2) und Weinerlebniswelt,
Punkt 3, 219 m)
TOUREN-INFO:
GEHZEIT: 3 ¼ Stunden
ANSTIEGE: 250 m
WEGBESCHAFFENHEIT: Gut markierte Güter-, Wein- und
Waldwege
Hier können Sie den Wandertipp downloaden.