Es macht einfach immer wieder Spaß, in der Hausruckgemeinde Natternbach auf Wanderschaft zu gehen: Ein großer Parkplatz mit Info-Stand, voll bespickt mit Kartenmaterial und Prospekten, verschafft gleich zu Beginn einen guten Einblick auf das örtliche Wegenetz, die drei Hauptrouten sind allesamt gut markiert und beschildert. Eine davon ist auch geschichts-historisch bedeutsam, denn man benützt dabei die alte „Hochstraße“, welche in der Römerzeit als Verbindung zwischen den Kastellen Peuerbach und Vichtenstein diente.
von MICHAEL WASNER
Gelbe Wegschildchen mit rotem Richtungspfeil und der Nummer 1 führen vorerst gemeinsam mit Route 2 über Badstraße – Vischerstraße – Aulandstraße (Route 2 zweigt rechts ab) in den Kapellenweg, der gleich nach dem letzten Haus in einen Feldweg übergeht und vorbei am Rathmayr Kreuzstöckl (anno 1876) der Dornetshub zuleitet. Der weithin sichtbare Bauernhof jenseits des Moosbaches zählt zu den größten und ältesten Anwesen (12. Jh.) der Gemeinde. Abwechslungsreich gestaltet sich der Weiterweg; sonnige Wiesen und Felder mit alten Obstbaumalleen wechseln mit kleinen Waldstücken. In Untertresleinsbach benützen wir ein kurzes Stück die Landesstraße und steigen durch das Dorf Unterbubenberg vorbei am „Dom“ (skurriles Bauwerk) zum Höhenrücken Hochstraß auf. Ein Wiesenbankerl links vom Weg beim Barbarastein (492 m – 1 ¼ Std.; Heiligen_ - gur in Nische der Steinrückseite) lädt zur Rast und zum Ausblick zurück auf Natternbach, hinüber zum Hausruckkamm, hinaus zu den Windrädern von Altschwendt und hinab zu den Kirchtürmen von St. Willibald und Antlangkirchen. Am Waldrand weiter aufwärts ziehend treffen wir bald auf die 1. Station der Römerstraße, die bis zur Angliederung des Innviertels an Österreich 1779 die Grenze bildete. In gewissem Sinne erfüllt sie diese Funktion heute noch, indem sie die Bezirke Grieskirchen (Hausruck) und Schärding (Innviertel) trennt. Wir folgen der historischen Trasse durch den einsamen Forst, passieren einen originellen Baumsitz mit Blick auf St. Willibald und gelangen nach 1 ¾ Stunden zum Auinger Gedenkmarterl (521 m), zugleich auch der höchste Punkt unserer Runde. Allmählich wird nach Süden hin die Sicht wieder frei. Am Waldrand der nächste Rastplatz beim Stein_ ndling „Liktorenbündel“: Ein Rutenbündel mit Beil – als Zeichen der Macht über Leben und Tod –, mit dem im alten Rom dem Kaiser von seinen Liktoren (Dienern der Obrigkeit) gehuldigt wurde. Kurz danach wird auch der Blick nach Norden frei: zum Sauwald, auf Neukirchen und St. Agatha; geologisch gesehen ein Teil des Mühlviertels, das hier mit ihrer Böhmischen Masse bis in die unter uns liegende Bachsenke herüberreicht. Wir verlassen nun die Hochstraß mit der Römertrasse und steigen vorbei am Gschaidergut und einem blumengeschmückten alten Holzhäuschen zum Tresleinsbacherl ab, wo wir wieder mit der eingangs erwähnten Route 2 zusammentreffen (447 m – 2 ½ Std.). Wem nach einer Einkehr zumute ist, folgt dieser am Waldkamm steil aufwärts und erreicht in gut zehn Minuten den wunderschön gelegenen Reiter- und Gasthof „Zum Gross`n“ (521 m; Mittwoch bis Samstag ab 16 Uhr, sonntags ab 10 Uhr geöffnet). Der Römerweg 1 bleibt dagegen im Talgrund und folgt dem munter talaus glucksenden Tresleinsbach durch naturbelassenen Auwald zur Gschaidmühle, eine von Streuobstwiesen umgebene, längst stillgelegte Getreidemühle. Weiter auf dem Güterweg durch die Ortschaft Au zur Grünseis Bezirksstraße. Jenseits am Waldsaum entlang zum Nöbauernkreuz (Blick zum Hochstraßrücken) und vorbei am Gestüt Moosbachgut durch den lauschigen Maierhoferwald geht es zurück nach Natternbach.
ANFAHRT:
Über Eferding bzw. Grieskirchen nach Peuerbach – Natternbach
AUSGANGSPUNKT: Natternbach, Parkplatz beim Freizeitzentrum
(438 m)
TOUREN-INFO:
GEHZEIT: 3 ½ Stunden
ANSTIEGE: ca. 150 m
WEGBESCHAFFENHEIT: Güter-, Wald- und Wiesenwege,
ideal für den Herbst, aber auch als
Winterwanderung bestens geeignet
Hier können Sie den Wandertipp downloaden.