Einer Sage nach, ließ sich der liebe Gott hoch oben am Steininger Berg auf einer Felskanzel zur Ruhe nieder und blickte sanft lächelnd und zufrieden über die „schöne Au“, die er soeben erschaffen hatte. Der Sitzabdruck des Herrn ist heute noch am Herrgottsitz zu sehen, und auch ein Teil von der Schönau blieb nahezu unverändert als Schönaubach-Klamm erhalten.
von Michael WASNER
Teil 1 unseres Schönaubesuches gilt der wildromantischen Schönaubach-Klamm, die auf dem 7 km langen Rundkurs 84 zu durchwandern ist. Den ersten Wegweiser finden wir bei der Abzweigung nach Kaining am beginnenden Güterweg. Die weite Straßenschleife hinauf zum Großlehnerhof (661 m – 15 Min.) wird auf Wiesenwegen abgekürzt. Dann links, in Blickrichtung der Burg Ruttenstein, zu den Häusern von Kaining und auf verschlungenen Feld- und Waldwegen (gut auf Markierung achten!) über den Krenederhof (schöne Hauskapelle) abwärts an den Schönauerbach zum Klamm-Eingang (513 – 1 Std.). Ungemein romantisch windet sich der Weg im urwaldartigen Talgrund aufwärts, mal links und dann wieder rechts vom tief eingefurchten Bächlein, das auf schmalen Stegen mehrmals überschritten wird. Am Klamm-Ausgang wacht der Steinbloßbau der längst stillgelegten Hofstattmühle. Hier _ ndet man noch Reste eines ehemaligen Stauteiches, der auch als Badeanlage diente. Durch die Mehrfeldsiedlung geht’s zurück nach Schönau (1 ½ Std.) und hinauf zur Jakobskirche, wo der ebenfalls 7 km lange Rundweg 80 zum Herrgottsitz seinen Ausgang nimmt. Vorbei am Gasthof Windischhofer und der alten Post zum Bachweg, der das Bauholzbächlein aus dem Ort begleitet. Der Asphalt weicht einem Forstweg. Entlang eines Wildgeheges weiter den Bach aufwärts, nach rechts überschreiten und den bewaldeten Südhang des Steininger Berges steil aufwärts, bis knapp unterhalb des Gipfels (856 m – 1 Std.; höchste Erhebung im Gemeindegebiet) ein Felsbollwerk den Weg verstellt. Es ist von einem Kreuz gekrönt. Dank der angebrachten Seile ist es von einigermaßen Geübten leicht zu erklimmen. Ganz oben ist die sitzförmige Schale vom Herrgottsitz gut zu sehen, und auch die Alpenkette erscheint an klaren Tagen zum Greifen nahe. Am Weiterweg laden Bankerl zum Schönaublick ein. Dann geht es neben der Speedgleitbahn (geöffnet Mai bis Oktober an Fr., Sa., So. und Feiertagen, in den Ferien von Mi. bis So.) abwärts zur „Stoaninger Alm“ (730 m - ¼ Std. vom Herrgottsitz; Mo, Di gesperrt) wo die Großen eine zünftige Einkehr erwartet, während die Kleinen dem Rodelspass frönen. Die letzte halbe Stunde nach Schönau verläuft anfangs auf schönen Wald- und Wiesenwegen abwärts an den Bauholzbach und am Bachweg zurück ins Zentrum.
ANFAHRT
Unterweitersdorf - B124 Bad Zell – L576 Schönau
AUSGANGSPUNKT: Schönau, Parkplatz an der Landesstraße
(623 m)
TOUREN-INFO
GEHZEIT: Klammrunde 1 ½ Std.,
Herrgottsitzrunde 1 ¾ Std.
ANSTIEGE: durch die Klamm 205 m,
zum Herrgottsitz 245 m
WEGBESCHAFFENHEIT: Güter-, Wald- und Wiesenwege,
durchgehend gut markiert
ANMERKUNG: Bergmesse beim Herrgottsitz am
Sonntag, 23. September 14 Uhr
Hier können Sie den Wandertipp downloaden.